Ich hab mich übrigens gestern mit der berühmten Dejurnaja unterhalten. Sie ist gar nicht so böse wie gedacht! Sie hat erfahren was ich in Moskau eigentlich so mache und jetzt sind wir fast Freunde. Na jedenfalls grüße ich sie wieder. Endlich fühle ich mich richtig gut im Studentenwohnheim.
Zur Feier des Tages bin ich gleich in den kleinen Laden in der ersten Etage gegangen, und habe ein Weißbrot gekauft. Dieser Laden ist sozusagen der Mittelpunkt des hiesigen Studentenlebens, denn er versorgt uns mit allem was man zum Leben im Wohnheim braucht. Beispielsweise werden hier Pizzen noch in der Verpackung in der Mikrowelle erwärmt, sodaß man sie nur noch duch den Fahrstuhl ins Zimmer balancieren und auspacken muss. Ein unter russischen Studenten beliebtes und reichlich genutztes Angebot, welches nicht einmal Aufpreis kostet. Nun, da es dort ja alles gibt, habe ich heute zwischen Weißbrot, Käse und Milch nach Kondomen gefragt. Ja. Stille. Werbereife Stille. Der sonst so freundlichen Verkäuferin entfiel ihr Gesicht und ich wußte sofort, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Die Stimmung auf den 6m2 Laden war plötzlich bei 0K angelangt und man schaute mich an, als hätte ich nach dem Casanova-Umbausatz für meinen AnalIntruder gefragt. Milch habe ich dann doch nicht mehr gekauft und das kleine chinesische Mädchen von gestern aus dem Laden kuckt mich auch nicht mehr an. Mal sehn wo ich dann demnächst meine Lebensmittel kaufen gehe…
