Wir sitzen vor dem Fernseher und erleben, wie sich italienische Eisträume in italienische Tränen auflösen. Nachdem das russische Eistanzpaar eine gradiose Vorstellung vor deutlich reservierten Italienern abgeliefert hat, bringt der siegesgewisse Übermut der italienischen Favoriten genau zum Ende des Tanzes das böse Ende. In solchen Momenten frage ich mich immer wieder, wie man da auf dem Eis das Lächeln wahren kann. Man weiß genau, dass für 4 Jahre der Zug abgefahren ist, die Sponsoren einem die Ohren vollheulen werden und das ganze Land in tiefer Trauer liegen wird, und doch wird das Programm souverän zu Ende getanzt. Ich würde wahrscheinlich ein Loch ins Eis hacken und unter lautem Fluchen durch den Keller verschwinden.
Beim Bobfahren ist mir aufgefallen, dass es offensichtlich eine Kamera im Boden der Bahn gibt. Wie machen die das? Geht man einach davon aus, dass die Fahrer wenigstens so einigermaßen die Idealline treffen werden und deshalb die Kamera schon immer irgendwie zwischen die Kufen kommt? Irgendwie heikel, wenn man bedenkt, dass dort Geschwindigkeiten jenseits der 130km/h gefahren werden. Na gut, die Geschwindigkeit ist wahrscheinlich auch die Lebensversicherung jener Kamera, denn da liegen zwischen in der Bahn und aus der Bahn nicht viele Zentimeter neben der Idealline. Weiß jemand wie die Kameras direkt neben der Bahn bei 130km/h geschwenkt werden? Ein Mensch? Man stelle sich neben eine Autobahn und versuche ein vorbeifahrenes Auto durch das Loch einer Klopapierrolle zu fixieren – halte ich für gar nicht so einfach. Vielleicht sind es ja auch schon Automatikkameras mit Bobtrackingsystem? Im Jahre 2006 eigentlich lange überfällig.
Jetzt schneit es bei uns auch gerade wieder und die Temperaturen gleichen sich bis aufs Grad mit denen in Torino. Wir, die auf Schlittschuhen nicht einmal gerade stehen können, Skier und Snowboards höchstens im Sessellift gerade halten können und den teuren Carbon-Bob schon nach 10 Metern in ein wertloses Faserbündel verwandeln würden, klopfen bei russischem Waffeleis und Weißkohl (essen wir statt Chips – gute Idee wie ich finde!) die dicksten Sprüche. Hast du gesehen wie labberig ihre Hand die ganze Zeit war? Die arme Frau, das war eindeutig sein Fehler, er hat viel zu viele Schritte gemacht! Warum rennen die nur drei Schritte, so kann der Bob ja nicht schnell werden! Kaum eckt der Bob irgendwo in der Eisbahn an, stöhnt es vom Sofa nebenan. Wir sind enttäuscht. Die letzte Drehung hätte sie nun wahrlich nicht so hinpfuschen müssen… Gut, dass keiner weiß, wie peinlich wir manchmal sind. Hoch leben die Olympischen Spiele – und wir sind dabei! 2014 dann in Sochi?
