bla bla von ТИАГРА

Biegt man kurz vor dem Ort Solenzara an gleichnamigem Fluß rechts ab, kommt man über eine kurvige Straße in die Berge. Die Solenzara ist ein Bergbach, welcher sich über die Jahrtausende tief in das Tal eingegraben hat und nun fröhlich zwischen Steinchen und Steinen hindurch ins Meer fließt. Mittlerweile ist er zur Touristenattraktion geworden, aber man kann mit etwas Laufen auch ruhige Stellen finden.

solenzara

Hier in den Serpentinen fällt uns auch zum ersten mal die Gutmütigkeit französischer Autofahrer auf. Wir peitschen unsere punktgeschweißten Fugenrostwunder im zweiten Gang den Berg hinauf, langsam erst 5, dann 10 und später 15 Autos hinter uns ansammelnd. Während wir die bei französischen Kleinwagen so beliebten Faltdächer mit Öl füllen, bleibt aber auch wirklich jeder hinter uns. Man schaltet nicht etwa einen Gang tiefer, sondern genießt den satten Durchzug des französischen Turbodiesels und inhaliert fröhlich auf Urlaub eingestimmt unseren Duft. Im Vergleich zu den Nudelkochern von nebenan oder den Autofahrern manch weiter östlich gelegener Volksrepubliken herrschen hier fahrschulähnliche Verhältnisse. Lediglich ab ca. 100PS pro Tonne Fahrzeug läßt man sich nach 15-minütiger Situationsanalyse zu einem Überholmanöver hinreißen – jedoch nur, um dann vor uns gleich langsam weiter zu fahren. So richtig Urlaub eben.

Läßt man den ersten Campingplatz vom Format einer ausgewachsenen Wellnessanlage rechts liegen, kommt man wenige Kilometer weiter an einen deutlichen einfacheren Platz, welcher direkt am Fluß liegt. Komfort gibt es nicht und die Preise sind sehr nett – wenn man mal von den Duschmarken absieht, welche aufgrund des teuer mit einem Dieselaggregat erzeugten Stromes mit fetten 1.80EUR zu Buche schlagen. Die Verwaltung ist sehr freundlich und bestätigt sogleich das allseits beliebte Vorteil: Franzosen können nichts außer Französisch. Mit der Frage nach Deutsch, Englisch oder Italienisch ernten wir Unverständnis und Verwunderung, sodaß ich nach Russisch nicht mehr zu fragen wage.

fruehstueck

Grillen ist hier wohl überall verboten, aber zu diesem Zeitpunkt wußten wir das noch nicht und haben munter drauf los gegrillt – gestört hat es niemanden. Auffällig sind jedoch die vielen Feuerwehrfahrzeuge im Wald, die dort für den Ernstfall samt Besatzung bereit stehen…

Hier werden wir einige Tage bleiben und uns die Zeit mit Essen und Schlafen, aber auch mit Schlafen, Essen und Schlafen vertreiben. Ach ja, Canyons wollten wir auch noch besuchen.

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