bla bla von ТИАГРА

Als ich endlich aus dem Bett krieche, ist Sarah schon nicht mehr da. Sie muss auf einer nächtlichen Pipi-Wanderung verloren gegangen sein, denke ich mir. Durch das völlig verdreckte Heckfenster sehe ich etwas Sonne und so öffne ich in freudiger Erwartung warmer Sommerluft die Dachluke. Bing, ein dicker Klotz Nordpolarluft fällt mir auf den Kopf. Luke wieder zu. Das Heckfenster läßt sich aber gut öffnen, denn die Standheizung schiebt mir von hinten immer schön warme Luft auf den Pelz. Meine verklebten Augen erkennen einen Campingstuhl, das muss Sarah sein. Dick eingemummelt sitzt sie mit einem Buch in der Nähe des Wassers und tut so, als sei Sommer. Selber Schuld denke ich mir, und wickle mich in die Decke. Auf dem Wasser dümpelt in einiger Entfernung ein kleines Schlauchboot, in welchem ein Mann zu sitzen scheint. Angelt er? Jedenfalls sieht das Boot so klein aus, dass seine Füße genau bis ans Ende reichen. Etwas neben unserem Bus steht ein orangener Lada mit ebenfalls nahezu orangenem Rostbefall an allen relevanten Teilen – das muss das Auto des Anglers sein. Jetzt kommt der Angler zurück und auch Sarah scheint endlich verstanden zu haben, dass es draußen schweinekalt ist. Wir essen Frühstück und sehen dem Angler zu. Er paddelt mit dem Rücken zu uns in Richtung Anleger (bzw. den Resten… oder Anfängen… eines Anlegers) und dreht alle zwei Minuten das Boot um uns einen Blick zuzuwerfen. Er war wohl ziemlich weit draußen, denn als wir fertig zum Losfahren sind, ist er immer noch nicht am Ufer.

aus dem Fenster - Fischerinsel

Gestern sei ich die ganze Zeit gefahren, und vor allem die spaßige Geländefahrt hätte ich ihr vorenthalten! Kurz: Sarah fährt jetzt. Ich maule ein wenig um klarzumachen, dass wir heute garantiert nicht noch bis zur zweiten Halbinsel fahren werden. Da gibt es eh nichts anderes zu sehen und wir verlängern den Rückweg einfach auf das Doppelte. Sarah ergibt sich meinen Ausführungen, glücklich, dass sie endlich Drecksstraße fahren darf, aber im Innern ist sie etwas angefressen – ist doch soooo schön hier! Nun denn, wir schaukeln los. Die Piste ist hier noch ganz passabel und so geht es von einem Schlagloch zum anderen. An der Seite tauchen rote Fähnchen auf und auf einem Hügel erkennen wir reges Treiben. Ein komplettes Armeelager wird dort aufgebaut! Zelte für Menschen, Gerät, Funk, ja sogar eine Tankstelle wird eingerichtet. An der Tankstelle wickeln 2 junge Burschen gerade Stacheldraht ab, als ein gelber VW-Bus direkt an ihnen vorüberschaukelt. Mehr ist erst einmal nicht zu sehen, aber jetzt wird uns auch klar, warum wir nachts auf einen völlig gesperrten Strand gefahren sind. Ich überlege mir, wie sie wohl reagiert hätten, wenn wir den falschen Feldweg genommen und direkt in das Lager gefahren wären? Nachts, halb 12? Heidewitzka. Ist zwar alles nur Spielchen hier, aber wer weiß. Direkt vor uns biegen zwei KAMAZ 6×6 auf die Piste ein. Im Führerhaus sitzen je 3 Bürschchen in Uniform und die scheinen mit irgendeinem lustigen Fahrauftrag durch die Pampa rollen zu dürfen. Die Autos sind sehr schön anzusehen, aber sie sind uns doch etwas zu langsam. Sarah tritt auf den Pinsel und wir scheppern vorbei an 6 verdutzten Gesichtern, mitten im Nirgendwo, mitten in einer Armeeübung.

Irgendwann halten wir an, um ein paar Fotos zu machen und klettern dazu auf einen nahegelegenen Hügel. Wir befinden uns in einer nasskalten, leicht wolkenverhangenen Eiszeitlandschaft, die so gar nicht zur Zivilisation paßt. Als wir auf dem Hügel über verrosteten Stacheldraht stolpern wird aber schnell klar: Hier war schon jemand. Ganze Armeen sind hier durchgezogen! Die Front zwischen Kirkenes und Murmansk war wohl eines der am schlimmsten umkämpften Gebiete im 2. Weltkrieg, weil der Hafen von Murmansk und die Murman-Bahn Richtung Süden absolut lebenswichtig für den Nachschub der Alliierten war und erfolgreich (!) bis auf’s Blut verteidigt wurde. Unten fahren wieder die beiden KAMAZ vorbei und mit etwas Staub vor den Augen könnte man den Zeiger problemlos 60 Jahre zurückdrehen. Nur der knallgelbe Bus stört.

ostrov rybachii

Wir holen die LKW bald wieder ein, als auf der Straße plötzlich eine Art Kontrollposten auftaucht und sie anhalten. Das gehört wohl irgendwie zu deren Spiel und so fahren wir einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Die Strecke ist zäh und wie schon auf dem Hinweg zählt der Kilometerzähler elend langsam. 10km vor der nächsten Asphaltstraße halten wie an einem abscheulichen Müllhaufen an und fotografieren ihn. Sarah würde das am Liebsten direkt Herrn Putin unter die Nase reiben, aber das wird wohl nicht ganz klappen. Mal sehen was wir damit anfangen können. Auf dem Fahrersitz machen sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar und mit jedem Schlagloch steigt das Verständnis für die Entscheidung von heute morgen spürbar an. Als wir es fast geschafft haben, beglückwünschen wir uns beide zu der weisen Entscheidung und freuen uns auf das paradiesische Abrollgeräusch einer zerlöcherten Asphaltstraße.

müll

Heute geht es also endgültig zur Grenze und hinüber nach Norwegen. Doch bevor wir Rußland verlassen, wollen wir uns natürlich bis zur Dachkante mit Diesel volllaufen lassen. Es geht nach Pechenga, der nahezu letzten Stadt vor der Grenze. Pechenga besteht eigentlich nur aus russischer Armee. Ein abgesperrtes Gelände nach dem anderen. Hohe Zäune umschließen Garagenkomplexe und Wohnblocks, die Straßen sind mit Ketten und Verbotsschildern gesäumt. Alles was hier aus Eisen ist, wird auf magische Weise durch regelmäßig aufgetragene Farbschichten zusammengehalten. Im Detail ist also alles recht stabil, im Ganzen eher leicht schief und kurz vor dem Abpfiff. Trotzdem wird hier der altbewährte Trott gnadenlos durchgezogen. Jedes noch so verfallene Wachhäuschen ist besetzt, an den Toren stehen blutjunge Kerle stramm. In einer zivil anmutenden Ecke gibt es Wohnblocks, welche irgendwie an einige Gegenden zu Hause erinnern. Die Straße ist bis zu den Zäunen gesäubert und man sieht einige junge Russinnen mit Kinderwagen. Das einzige Holzhaus steht direkt an der Hauptstraße, welche zufällig auch die einzige Straße Pechengas zu sein scheint. Es ist das Badehaus der Armee. Hier warten 30 Mann mit Handtüchern und Seife vor der Tür darauf, dass die Kameraden drinnen endlich fertig werden. Es ist gar nicht so warm draußen.

Wir hatten uns ja eigentlich eine Tankstelle erhofft, müssen aber feststellen, dass Pechenga wirklich gar nichts in dieser Richtung zu bieten hat. Ein Blick auf die Karte verspricht bis zur Grenze nur weitere Tundra und eine Siedlung, welche dem Symbol nach keine 10% von Pechenga mißt, weshalb wir uns für den Reservekanister entscheiden. Die Nadel der Tankanzeige kratzt schon bedenklich am falschen Ende des roten Bereichs und so halten wir kurz hinter Pechenga an, um den Kanister unter der Vorderachse herauszukramen. Als ich das Werkzeug suche, fällt mir ein Rinnsal Milch in der Motorraumabdeckung auf. Was zum Geier… Im Seitenschrank ist offenbar eine Packung Milch Leck geschlagen und der weiße Saft verteilt sich schon munter durch den kompletten Bus. Ein beherzter Schlag auf die Heckklappendichtung läßt sie in alle Richtungen spritzen. Ich nehme mir das Werkzeug und verziehe mich nach vorne, soll Sarah sich doch durch diese Pampe wühlen, sie hat die Milch ja schließlich da hineingeworfen. Die Straße ballert ein dicker Panzer auf gummibelegten Ketten entlang.

Als ich den Kanister gerade zum Tanken heben will, hält neben uns ein silbergrauer BMW X5. Drin sitzen zwei beschlipste Männer und fragen, was wir denn so machen. Wir erklären kurz und sofort stellt sich der Fahrer vor. Er ist hier der Obernatschalnik von Pechenga und wenn wir irgendetwas bräuchten, dann sollten wir ihn doch einfach anrufen. Er schreibt seine Handynummer auf die Visitenkarte und übergibt sie uns. Dann ist er auch schon verschwunden und wir stehen leicht verwundert an der Straße. Da Wundern nicht gegen Frieren hilft, machen wir uns fix wieder an die Arbeit. Sarah räumt den gesamten Schrank aus. Ich habe da so eine Fleecejacke, die lag ziemlich weit unten. Sie scheint einen Großteil der Milch aufgesogen zu haben und hat damit ihren Zweck auf dieser Reise voll erfüllt. Angezogen habe ich sie nämlich noch nicht. Wir verfrachten sie in die Waschtonne und säubern jede einzelne Saftpackung. Auf dem obersten Regalboden sind kleine Schräubchen, deren Köpfe herauskucken und sich jetzt direkt in die Milchpackung durchgerüttelt haben. Der Fluch des nicht selbstgebauten und nur notdürftig in den Bus geworfenen Campingausbaus hat uns endlich erreicht. So ein Mist. Die ganze Karre stinkt nach Milch. Meine Unterhosen sind zufälligerweise in einem alten Verbandskasten gelagert und haben den Angriff der Milchkrieger schadlos überstanden.

Reservekanister leer, aus allen Poren nach Milch riechend und mit einer völlig verseuchten Fleecejacke in der Waschtonne geht es auf Richtung Grenze. Zur Abwechslung regnet es mal wieder Schweinebärchen. In einem kreativen Missgeschick des Betonteilewerks hocken zwei frierende Typen und bieten irgendetwas feil, aber wir fahren lieber weiter. Der Linienbus hält an dieser Haltestelle schon lange nicht mehr, denn die Straße davor gleicht einem Loch. Irgendwie teilt sich die Straße vor uns in eine Art Baustelle, einen total zerschossenen Fahrstreifen und etwas, was wohl mal eine Straße werden will. Abwechseln geniessen unsere Räder mal das eine und mal das andere. Zusammen mit ein paar Ladas fahren wir Schlangenlinien um rostige Baumaschinen und Schutthaufen. Zwischendrin überholt man dann immer wo es gerade gut paßt. Die Seite ist dabei egal. Bald kommen links und rechts der Straße endlich wieder Armeekomplexe – wir hatten sie schon vermißt. Fein säuberlich aufgereiht stehen hier frisch gestrichene Panzer, hunderte. Jeder ist absolut rechtwinklig eingeparkt, darüber hängt an einer Kette die Nummer des Standplatzes. Auf einer Art Hochsitz von atemberaubender Verfallenheit hockt das dazugehörige Wachpersonal und schaut argwöhnisch dem dreckgelben Bus hinterher. Da hängt sogar ein fetter Suchscheinwerfer am Geländer, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass er bei der kleinsten Veränderung seiner Lage sofort herunterbrechen würde. Solange man nichts sucht, sieht er frisch gestrichen sehr dekorativ und vor allem sicher aus. Wie alles hier. Links kommen lange Garagenreihen. Teilweise eingefallen, das Dach durch eine Plane ersetzt, die Türen hängen auf halb acht und sind streckenweise nur mit einem Stück Seil verschlossen. Durch die Löcher erkennt man grandiose Ausrüstungsgegenstände, wie man sie als verwöhntes Zivilisationsopfer nur aus dem Fernsehen kennt. Riesige Reifen, Kräne, irgendwelche Schlepper und gepanzerte Fahrzeuge schlummern hier wohlbewacht und frisch gestrichen. Hunderte! Zwischen den Garage wuseln auch Bedienstete umher, rangieren vor und zurück, pflegen, warten, pinseln. Es ist kaum zu glauben.

Wir kommen in die Nähe der besagten allerletzten Stadt: Nikel. Klingt wie Nickel, ist auch so. Hier wird schon seit Jahren in einer Nickelmine und der dazugehörigen Infrastruktur gehörig Dreck erzeugt. An einer Kreuzung taucht plötzlich ein Tankstellenschild auf. Wir können es nicht fassen! Für diese zwei Kilometer haben wir extra den Reservekanister geleert?! Die Tankstelle steht mitten in diesem Nichts aus Stein, Zivilisationsmüll und noch mehr nichts etwas außerhalb der eigentlichen Stadt. Selbige besteht sowieso nur aus ein paar Plattenbauten im wohl schmutzigsten aller Täler. Jedes Auto an der Tankstelle scheint mindestens einen Armeeangehörigen zu beinhalten. Sarah geht ins Kabuff, um die Pumpe freischalten zu lassen und nach einer Weile blubbert der kostbare Saft fröhlich durch den Schlauch. Ich gehe auch ins Kabuff. Sarah kuckt sich die Auslagen an, hinter der Theke posiert ein schnaufendes Ungeheuer. Und dessen Tochter. Die Kassiererin ist vielleicht Mitte 40, hat das Format eines Jungelefanten und bewegt sich ebenso dynamisch. Sie scheint irgendein nicht näher zu erkennendes Leiden zu haben, denn sie verzieht ihr Gesicht wie drei Tage Regen, zwanzig Plattenbauten, eine dreckige Mine, nur Armee und sonst nichts weiter. Warum nur? Ihre Tochter ist vielleicht knapp über zwanzig und steht mit verschränkten Armen am Ende des Verkaufstresens. Sie hätte eigentlich ganz hübsch sein können, aber sie strahlt absolut professionell giftige Trostlosigkeit aus. Eigentlich sieht sie so aus, als hätte sie sich gerade mit ihrer Mutter gestritten. So steht sie hier, in der grausigsten Gegend, die man sich so vorstellen kann – in der Tankstelle ihrer völlig frustrierten Mama und verkauft Sprit. An den Fensterscheiben schlägt sich der Dreck aus den umliegenden Schornsteinen nieder und begräbt jegliche Hoffnung auf Besserung. Die beiden haben absolut keinen Grund, auch nur ansatzweise freundlich zu sein. Das Wetter ist Dreck, ihre Situation und überhaupt alles sowieso. Als wir etwas geschockt wieder im Bus sitzen, können wir da eigentlich nur zustimmen. In Murmansk oder St. Petersburg springen die Jugendlichen hoffnungsvoll durch die Gegend, strahlen Energie und Selbstbewußtsein aus – hier das komplette Gegenteil. Insgeheim hoffen wir, dass die Tochter nur in den Ferien zu Hause sein muß, ansonsten aber in einer größeren Stadt zur Uni gehen kann. Sollte sie tatsächlich dauerhaft hier gefangen sein, verstehe ich ihren Gesichtsausdruck vollkommen. Den ihrer Mama auch.

nikel, russia

Der Weg zur Grenze besteht aus einer Schneise durch den Wald, welche auf der linken Seite direkt am Grenzzaun liegt. Am Horizont tauchen immer wieder wahnwitzig hohe Wachtürme auf, welche allesamt besetzt sind. Zwischendrin versperrt ein Schlagbaum die Straße und man darf nur passieren, nachdem die Papiere kontrolliert wurden. Insgesamt fühlen wir uns hier ziemlich überwacht. Was wohl passiert, wenn man anhält, um dem Wald Nährstoff zuzuführen? Gleich den Hintern voll Blei? Wir fahren weiter. An der Grenze angekommen, steht ein Auto vor dem Tor, der Fahrer ist verschwunden. Wir stellen uns ersteinmal dahinter und warten. Nach kurzer Zeit bemerkt uns ein Beamter und winkt uns zu sich heran. Er lotst uns über die Gegenspur, in die Einbahnstraße, von hinten durch das falsche Tor auf den Vorplatz. Er ist wunderbar freundlich und fragt, ob wie das erste Mal hier seien. Klar! Na gut, dann müßt ihr hier hin und da hin und überhaupt gute Reise. Wir parken das Auto vor dem Zollhäuschen. Drinnen ist es sehr kahl und ein einzelner Beamter nimmt sich unserer Papiere an. Wir haben die temporäre Einfuhrgenehmigung für das Auto nicht verloren und auch sonst geht alles problemlos seinen Gang. Nach zwei Minuten sind wir durch und kommen wieder aus dem Häuschen. Sarah muss in der Kälte warten, während ich mit dem russischen Zöllner zum Auto gehe. Er ist so alt wie ich und wir quatschen so drauf los. Ob ich russische Frauen mögen würde, woher denn mein Russisch käme, warum der Bus so große Räder hätte usw. usw. Nebenbei kuckt er in jedes Schränkchen und ist auch sonst sehr interessiert. Auch privat. Waffen haben wir keine und so ist das Spielchen schnell vorbei. Ab ins nächste Häuschen: Außer zwei russischen Autoschiebern ist niemand da und so warten wir auf den norwegischen Beamten. Er ist alleine hier und hat gerade Kundschaft auf der anderen Seite. An der Wand hängen riesengroße Plakate: Fleisch, Milch, Geflügel, Grünkram, ja einfach alles, was wir dabeihaben, darf wegen Seuchengefahr nicht eingeführt werden und ist in die Tonne vor dem Haus zu werfen. Na wunderbar. Jeder Schrank, jede Ecke, alles ist voll mit verbotenem Zeug und jetzt kommt die Zollkontrolle. Der Norweger muß nicht nur auf der anderen Seite Dienst schieben, er ist neben Paßkontrolleur auch der Zöllner. Auf russischer Seite haben wir mit 5 Personen zu tun gehabt, hier ist alles schon auf eine einzelne rationalisiert worden. Nachdem er merkt, dass wir EU-Pässe haben, klappt er sie sofort wieder zu und geht mit uns nach draußen. Zollkontrolle. Ich bereite mir im Kopf einen englischen Satz vor: Ich habe eben gelesen, dass man die Milch nicht einführen darf, aber die Tonne… In diesem Augenblick kuckt er in den Heckschrank, sieht die Milch, klappt wieder zu. It’s ok. Kühlbox beachtet er nicht. Er kuckt in die Kühlbox voller Wurst, klappt sie wieder zu. Huch? Gute Reise und bis zum nächsten Mal. Gelb ist der Bus auch, aha, tschüß. Das war Rußland. Aus, fertig, vorbei, das war’s.

Wir rollen nach Norwegen rein, sehen sofort den ersten Rastplatz und halten an. Es gibt ein Klo und einen Mülleimer, das muß Norwegen sein! Unter dem Auto bildet sich ein Fleck. Weiß mit gelben Tupfen. Ach Du lieber Himmel, woher kommt das denn? Ich ziehe einen Stopfen aus dem Schweller und mir plätschert fröhlich ein erbärmlich stinkendes Gemisch aus FluidFilm und H-Milch entgegen. Das paßt auf diesem blitzblanken Parkplatz natürlich gar nicht. Von der anderen Straßenseite sehen interessiert ein paar Einheimische herüber und so machen wir, dass wir davonkommen. Die Straßen sind aalglatt, es gibt keine kyrillischen Zeichen mehr und der nächste Parkplatz mit Klo und Mülleimer kommt in genau 5.3 Kilometern und sogar das TomTom kennt diesen. Sofort vermissen wir Rußland.

Wir fahren durch Kirkenes, welches im Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangt hat und rollen auf der E6 Richtung Westen. Einen Schlafplatz finden wir recht fix, als wir einen Schotterweg rechts abbiegen und langsam Richtung Fjord rollen. Hier ist eigentlich nichts, aber quer über dem Weg ist ein geschlossenes Tor. Man könnte genausogut links und rechts am Tor vorbeifahren, aber irgendeinen Sinn wird das hier schon haben. So stellen wir uns einfach 20m neben das Tor und gehen ins Bett. Das Wasser kann man von hier aus schon sehen und die Sonne wird uns hier am Morgen hoffentlich auch finden.

1 Comment

  1. July 9, 2013    

    super bericht, um sich von der arbeit am rechner abzulenken und sich auf den norden europas zu freuen. das mit der milch ist lustig. erinnert mich an die aufgeplatzte redbull dose bei uns im bus. die war auch nicht perfekt gelagert für die pisten albaniens.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Need something?

VIDEO