bla bla von ТИАГРА

Seit Tibet hat die Zahl der Polizeikontrollen abgenommen, meist werden wir nur noch aus reiner Neugier angehalten. Sofern Sarah fährt, bekommen die Polizisten auch ein furchtbar freundliches Lächeln serviert und dieses wird zumeist sogar erwidert.
Kommunikation ist natürlich nicht möglich, weil außer Chinesisch nichts gesprochen wird. Die Zahl Moslems und nicht-Han-Chinesen hat seit der Taklamakhan stetig abgenommen, aber Lammfleischspieße gibt es Abends immer noch :)

Die Landschaft kann man als durchgehend wüst bezeichnen. Trocken, meist von Baumaschinen und anderem Menschengedöns zermartert, trostlos. Hier und da ein Lichtblick hinsichtlich alter Lehmarchitektur oder bewässerten Gewächsen, aber im Allgemeinen eher langweilig. Wir fahren seit Tagen in 400km-Etappen vom Osten wieder Richtung Westen, seit Tagen nur Wüste und Steppe.
Wir konzentrieren uns jetzt auf die Auswahl von Nahrungsmitteln und überlassen unseren Guide Abends freiwillig unserem Mitreisenden. So erleben wir allerlei lustige Sachen, Essen komisches aber trotzdem schmeckendes Zeug, erfreuen uns zuweilen auch des nächtlichen Dünnpfiffs. Essen wir zu scharf, macht das gleich doppelt Spaß :)

Wo immer wir stehen werden wir neugierig beäugt, meist mit unvorstellbarer Schamlosigkeit, wortlos vor dem Bus stehend, in alle Ritzen glotzend. Manchmal sagt man sich Hallo, meist weniger. Selten trifft man – zumeist junge – Chinesen, die in holperigem Englisch nach dem Woher und Wohin fragen, das ist dann ganz nett. Wir sind jetzt in Dunhuang, einer ehemaligen Oasenstadt an der Seidenstraße. Hier gibt es allerlei zu sehen, und so haben wir auch schon weitere Langnasen getroffen.
Eine andere Reisegruppe wollte 2 Wochen nach uns auf der gleichen Strecke durch Tibet – trotz gültiger Tibet-Permit: Abgelehnt. Die fadenscheinige Begründung: Gemischtnationale Gruppen (wie wir, Deutsche und Schweizer!) sind nicht mehr erlaubt. Die spinnen, die Chinesen… tock, tock, tock. Dass die Gegend touristischen Wert hat, merkt man sofort an den Preisen. Die Mogao-Grotten voll buddhistischer Figuren und Zeichnungen kosten flockige 50 EUR Eintritt, das werden wir uns sparen. Die nahegelegenden Sanddünen an einem See sind umzäunt, sodass auch hier 25 EUR Eintritt fällig werden… das werden wir uns wohl trotzdem geben. Essen kann man jedoch immer noch gut und günstig, sofern man sich nachts mit den Chinesen auf dem “night market” an offenen Kochständen vergnügt – das tun wir gerne :)

In diesem Sinne, Grüße aus dem Land des Turbo-Kommutalismus!

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