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tiger2asia video – Teil 1 veröffentlicht!

Jan21
2012
1 Kommentar Geschrieben von tiagra

Wir präsentieren: Stefan Henning von east system music hat Video Teil 1 zum tiger2asia-Projekt fertiggestellt! Danke…

Viel Spaß!

Geposted in Deutschland
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Orientexpress

Jan17
2012
4 Kommentare Geschrieben von tiagra

Visa warten nicht, Omas auch nicht. Also, auf nach Saarbrücken, Schokolade einladen und essen. Gefühlte 200kg schwerer verlassen wir das dortige Sofa mit allen nur erdenklichen Wünschen und fahren endlich los. Na zumindest loser, denn jetzt geht es endlich in die passende Richtung: Nach Südosten.

Auf der Autobahn hat die Kiste gesoffen wie ein Loch, noch dazu geräuchert wie ein Kohlekraftwerk und wir überlegen krampfhaft, was wir denn falsch gemacht haben könnten. SMS gehen zum Motorbauer, der Kopf arbeitet, nix. Alles richtig, da kann gar nix kaputt sein. Oder doch? Sensor hier, Sensor da, könnte, hätte, vielleicht. Wir halten bei unserem Oberunterstützer in Zweibrücken an, laden noch mehr Ersatzteile ein, ergattern einen weiteren Laptop für Pakistan und legen seinen Privatbus lahm – seinen guten Luftfilter bekommen wir mit auf die Reise. Mehr Luft gleich weniger Ruß, so die Devise. Also auf nach Österreich.

Wir verbrauchen schon weniger, nicht ganz zufriedenstellend, aber es geht in die richtige Richtung. Nachts um 2 schlagen wir irgendwo bei Linz auf und treffen den großen Pakistankenner Mukti. Er hatte uns einst in der Küche einen Privatvortrag über Pakistan gehalten und die letzten Ängste beseitigt. Er hat außerdem zusammen mit anderen einen Verein zum Bau einer Schule in einem flutgeschädigten Dorf in Pakistan gegründet und schon viel Zeit in diesem Land verbracht. Zu eben jener Schule bringen wir Material und mit dem Neffen des Schulleiters werden wir außerdem Pakistan erkunden und Kleiderspenden verteilen. Jetzt also letzte Tips zur aktuellen Situation im Karakorum-Gebirge und dem Weg dorthin, wir bekommen eine Pizza und eine CD mit indischer Entspannungsmusik von ihm geschenkt- das ist Mukti. Danke für alles, und schon sind wir auf dem Weg. So richtig weg sind wir doch nicht, denn wir schlafen gleich an Ort und Stelle – mit einer kurzen Unterbrechung, denn Mukti hat seine Mütze vergessen :)

Linz

Über Wien geht es nach Budapest, dann ganz in den Süden über Szeged und in einem wilden Ritt durch Rumänien. Der Hintern von Ungarn sieht schon ziemlich rumänisch aus, Rumänien selbst überrascht (im Gegensatz zum letzten Eindruck von vor 5 Jahren) mit aufgeräumten Straßen, blitzsauberen Dörfern und einer Menge hübsch restaurierter Kirchen. Natürlich sollte man nicht zu weit abseits der Hauptstraße fahren… Die Wege zwischen den fast nicht vorhandenen Autobahnstückchen sind nicht weit, aber unendlich lang und anstrengend. Wir verbingen 16h im Schneckentempo, aber das macht sich bezahlt: Der Bus verbraucht jetzt weniger als er leer vor der Reise je verbraucht hat, jetzt sind endgültig alle Sorgen verschwunden. Offenbar hängt der Verbrauch bei einem 3-Tonnen-Gefährt proportional an der Geschwindigkeit. Gut zu wissen, dass zwischen 15km/h 3-4l liegen. Wir schlafen wohlgeordnet durch das Personal auf einem LKW-Parkplatz und wachen bei bester Sonne auf. Natürlich ist es schweinekalt, aber das Anzeigemodul der Solaranlage vermeldet den bisherigen Rekord. Wir werfen uns eilig auf die Sitzheizungen – deren Einbau wir absolut nicht bereuen… – und brennen Richtung Bukarest.

Wir wollen eigentlich direkt bis Istanbul kommen, aber mehr als 1000km sind unter diesen Umständen selbst für zwei Fahrer zu viel. Sarah ist vom Zusehen so überanstrengt, dass sie heute keinen Meter fahren kann :) Wir fahren auf dem letzten Tropfen nach Bulgarien und saugen den billigen Sprit in uns hinein. Wie wir da so saugen, fotografieren Jugendliche den Tigerbus, Sarah muss natürlich auch mit drauf. Kaffee einladen und auf nach Burgas, den DJ treffen.

Der DJ hat sich irgendwann vor Monaten im Blog gemeldet, als er Wind von unserem Vorhaben bekommen hatte. Unbedingt besuchen, Bier und überhaupt. Gut, genau das haben wir gesucht. So kommen wir – wiederum morgens um 2 – an einer Tankstelle in Burgas mit einem total durchgeknallten Typen zusammen, DJ Ivan Todorov. Quietschvergnügt macht er eine Expressführung ans Schwarze Meer, schiebt und Pizza in den Bus und entlässt uns wieder in die dunkle Nacht. Ein großer Tigerbus-Fan winkt und filmt dabei unsere Abreise. Danke Ivan, ein sehr nettes Treffen!

Burgas

Keine 50km weiter sind unsere großen Pläne dahin, auch ich kann nicht mehr fahren. Aus, Ende, müde. Irgendwo im Hinterland Bulgariens, in Riechweite zum Meer, rollen wir auf ein Mittelding aus Baustelle, Wiese und Bauschuttentsorgungsplatz. Egal. Als die Sonne schon einige Stunden Rekorde auf das Display zaubert, wachen wir beim Geräusch eines Dieselmotors auf. Kurz hinter die Gardine geschaut: Polizei. Na wunderbar, kann’s denn Besseres geben?

Bulgaria

Unsere Standardantwort auf die Frage nach dem Wohin lautet bisher “China”, das funktioniert prächtig. Hier sei aber gar kein Grenzübergang, sondern der sei da und da und der Iran und Pakistan… uuhh… good luck. Weg waren sie. Im Radio plärrt die gleiche Soße wie zu Hause, als wir Altug in Istanbul unsere baldige Ankunft vermelden. Was haben wir uns da getäuscht…

Kaum nähern wir uns der Grenze zur Türkei, fällt auch schon der erste Schnee. Auf der Autobahn nach Istanbul ist alles weiß, die Flocken fallen immer dichter – trotzdem fahren alle mit unverminderter Geschwindigkeit weiter, also kein Problem. Wir melden 143km nach Istanbul, Altug schreibt: Das werden die längsten 143km Eures Lebens! Haha, wir fahren doch? 20km vor der Stadt die erste Mautstation. Wir haben vorsorglich eine Karte gekauft, also kein Problem. Die Autos schiessen aus allen Ecken, die dreispurige Autobahn wird plötzlich 100m breit, Spuren sind Schnee von gestern. In Schrittgeschwindigkeit schiebt und drängelt alles auf die Mautbrücke zu. Auch die nächsten 10km geht es in Schrittgeschwindigkeit weiter, nur die Spuren haben wieder an Bedeutung gewonnen. Das Navigationsgerät will an irgendeinem Bulvar raus, doch den verpassen wir natürlich. Hektisch beginnen auch wir das Schieben und Drängeln, schlagen uns gefühlte 8 Spuren quer über die Autobahn, weil “es dahhinten so aussieht, als gäbe es da eine Abfahrt”. Und tatsächlich, hier ist ein Loch, hier kann man fliehen. Über Berg und Tal geht es durch einbahnverstrasste Wohngebiete, auf in den nächsten Stau. Schickimickimeile, alles steht, der Bus wippt zu Folklore-Pop aus dem Radio von einem der ca. 150 Radiosender. Alle 200kHz ein Sender, sowas hat die Welt noch nicht gehört. Irgendwann schiebt von hinten lautstark ein Krankenwagen, alles soll weg, er muss hier durch. Es bleibt keine Wahl, Allrad rein, links Bein in die Blumenrabatte und los. Wir schlüpfen in eine Seitenstraße und telefonieren noch einmal mit Altug. Koordinatenabgleich. Irgendwann finden wir den Weg durch eine Baustelle und sitzen alsbald auf Altugs Sofa. Seine Frau macht Nudeln und wir sind bereit für morgen: Auf ins wilde Kurdistan! Danke Euch, aber kauft euch bitte, bitte Winterreifen! :)

Istanbul

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Vorbereitung Teil 2 und…

Jan11
2012
1 Kommentar Geschrieben von tiagra

… Abfahrt.

Die Nächte ziehen sich lang und länger, die Werkstatt wird kalt und kälter. Wir bereuen keinen Euro des kürzlich angeschafften Diesel-/Heizölwarmluftgebläses und schrauben, sägen und bohren bis spät in die Nächte.

Wie es immer so ist, wird aus einem kleinen Stück Elektrik gleich ein ganzes Kraftwerk, weil der Herr das nur einmal in seinem Leben machen möchte. Also gleich alles vorsehen, was schon über Jahre ausgebrütet wurde, jedes Relais muss rein, jedes Kabel ordentlich isoliert und rüttelfest befestigt sein. So ganz nebenbei wird der Solarlader-Erbauer Michael zum Lötsklaven umgeschult und crimpt und lötet mehrere Nächte lang gewärmt von seiner Standheizung im eigenen VW-Bus den halben Kabelbaum des Tigerbus zusammen. Der passende Schaltplan existiert auf zwei A4-Seiten, mit Bleistiftstrichen kreuz und quer, hier ein Kabel mit bla Quadrat, hier noch eine kleine Sicherung… am Ende stehen 240A Gelbatterie, ein Solarlader für Gel- und Starterbatterie mit externem Display und temperaturkompensierten Ladekennlinen, ein 45A-Gel-Lader an der Lichtmaschine, 15 Relais für Scheinwerfer und Kleinkrams, einige Sack voll Sicherungen und fast 100m Kabel aller Querschnitte. Dazu gibt es jetzt Steckdosen, Licht (zumindest vorne, hinten haben wir “vergessen”) sowie 220V – man kann nicht jedes Ladegerät als 12V-Version anschaffen, da wird man ja arm. Für die grandiose Hilfe sei an dieser Stelle noch einmal Michael ganz herzlich gedankt!

electric_mayham_b_5

Der Innenausbau erfolgt im Gegensatz zur Elektrik nur profisorisch, da hier weder Zeit noch Geld für die eigentlichen Träume vorhanden waren. So erstanden wir von Max ein paar Westfalia-Wrackteile – namentlich einen Heckschrank, einen Dachschrank und die Überreste einer Sitzbank, welche sodann zusammen mit alten OSB-Platten, anderen Holzabfällen, irgendwelchen Stahl- und Aluwinkeln, vielen Kabelbindern (ja sind die wirklich sooo praktisch? JA!) und sogar zwei Blindnieten völlig unfachgerecht in den Bus geferkelt. Danke an Stephan für die tatkräftige Hilfe, auch, wenn die ohnehin nur sehr kurzen Nächte dadurch zu kürzesten Nächtchen degradiert wurden… mehrfach… immer wieder.

Für die Küche musste allerdings ein Neubau her, welcher dann in einem Tag und einer Nacht aus 6.5mm Birkensperrholz, Aluwinkelprofil und Blindnieten zusammengeschossen wurde. Euroboxen werden zu Schubladen, Gummiseile über Kanthölzern zu Verschlüssen. Eine Dose narzissengelb aus dem Baumarkt – danke an Anne für die weise Farbwahl! – brachte das Schmuckstück zur Vollendung. Da sich sowohl der Kocher als auch ein kleines Klo darin wohlfühlen, nennen wir diese Kreation die KKK – die Koch-Kack-Kombi.

kuchniya

innen_2

Wasser musste her, Tank hier Tank da, aber nur wohin mit der Pampe? Also Waschbecken, Wasserhahn mit Filter. Gut, wenn Filter, dann Druckwasser, sonst filtert da nix. Also Druckwassersystem mit selbstansaugender Pumpe, Tankumschaltung zwischen zwei Tanks. Ach, wir fahren ja 10 Monate? Gut, dafür haben wir vorgesorgt: 10l Kühlwasserwärmetauscher mit Vormischer, Druckminderer damit das Überlaufventil nicht dauernd rumsabbert, Dusche ausziehbar. Keine 10m Schlauch und 30 Schlauchschellen später ist das Wassersystem “fertig” – alles rein provisorisch in die KKK “gebaut”. Mit Kabelbindern. Komplett. So langsam beginne ich Kabelbinder zu mögen.

Die Standheizung hat jetzt zwei Pumpen – eine für über 1500m ü.n.N., eine für drunter. Das Armaturenbrett hat eine neue Luftdüse eingeschweißt bekommen, so wird die warme Luft direkt durch die Lücke zwischen den Vordersitzen nach hinten geblasen.

innen_3

Irgendwann haben wir dann auch mal gepackt, noch schnell einen Turbolader gewechselt und einen Unterfahrschutz umgeschweißt – wie die Antriebswellen in den Bus gekommen sind, weiß ich schon gar nicht mehr. Plötzlich waren sie drin. Ach ja, zwischendurch waren sowohl Weihnachten als auch Neujahr, wobei wir ersteres nur durch das Weihnachtsessen bei Stephan und Anne bewußt mitbekommen haben (nein nein, bei Mama gab es auch etwas…) und letzteres nur durch lauteres Grölen aus der Nebenhalle aufgefallen ist. Ansonsten: Aufstehen, Werkstatt, Bett. Anzumerken ist, dass wir die ganze Zeit Stephans Bus für die Fahrten zur Werkstatt, zum Baumarkt, zum ADAC und sonstewohin zur Verfügung hatten. Einfach so, jeden Tag. Gran-di-os. Vielen Dank dafür.

Nachdem also sämtliche Packlisten aus “ja haben wir schon, nein brauchen wir nicht”-Krakelei bestanden, fuhren wir eines Tages los. Höchste Zeit, denn das Pakistan-Visum läuft in nicht weniger als 15 Tagen ab. Vorher machen wir noch den Pflichtbesuch bei Oma, aber natürlich am anderen Ende der Republik, wie sich das gehört! Also: Wir sind dann mal weg.

Geposted in Deutschland
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Vorbereitungsmarathon Teil 1

Dec03
2011
6 Kommentare Geschrieben von tiagra

Nachdem sich das Unileben mit eine simplen Stück Papier … hat die Masterprüfung am 29.11. erfolgreich bestanden eher unspektakulär selbst beendet hat, brennt in der Werkstatt die Luft.

Der Bus will schleunigst vorbereitet und vom leeren Messgerätetransporter zu einem ansatzweise reisetauglichen Fahrzeug umgebaut werden. Die leidvollen Erfahrungen der letzten Russlandreise haben die Prioritäten bei der Vorbereitung leicht verschoben. Höchste Priorität hat alles, was vibrieren kann, alles was sich bewegt. Denn: Auf zehntausenden Kilometern Piste fällt alles ab, was sich auch nur ansatzweise aufschwingen kann. Die Zerstörungskraft langanhaltener Drecksstraßen ist so verheerend, dass wir uns auf gerade mal 1 000km Piste in Rußland das halbe Weinsberg-Dach zerrüttelt haben. Hier setzen wir also als erstes an. Alle Scharniere sind verstärkt, das ganze Dach wird auf dem Bus verspannt usw. usw.

Zweites Problem außerhalb der Zivilisation war und ist: Licht. Man kann seiner staunenden Mama nur schwer die Nützlichkeit eines zusätzlichen Fernscheinwerfers klar machen, denn auf einer deutschen Autobahn reicht ja das Standard-Teelicht völlig aus. Wir sollten doch mal lieber im Innenraum etwas Tapete kleben! :)

Fernscheinwerfer Hella Jumbo 320

Jetzt haben wir genau noch eine Woche Zeit, und alles zieht sich wie kalter Honig in die Länge. Die Visa scheinen zu klappen – angeblich werden wir am Donnerstag gar unser Iranvisum in den Händen halten, während durchgeknallte Großmächte auf dieser Erde schon Sanktionen verhängen und mit mehreren Kilotonnen Säbelrasseln die Medien manipulieren.

Erfreuliche Nachrichten sind derzeit eher materiell, beispielsweise die Ankunft von 2 Paar Schneeketten. Nicht irgendwelcher Schneeketten, sondern sozusagen top of the line, wenn man das so sagen darf. Dank der grandiosen Hilfe meines Vaters nennen wir ab sofort 4 PEWAG Forstmeister unser Eigen – Ketten, die bei Schnee nur leise kichern, Ketten die sich in Matsch und Dreck wohl fühlen wie ein Karpfen in einem Eimer Fischfutter. Die Strategie sieht demnach so aus: Wir fahren auf AT-(all terrain)-Reifen und haben damit für Nässe und Straße die deutlich besseren Karten. Dafür können wir in Schnee und wirklich hartem Gelände die Ketten aufziehen, ohne 30 000km auf speziellen, supergroben Geländereifen abreissen zu müssen. Wir sind gespannt, ob und wie sich diese Taktik bewähren wird. Unser Dank geht an dieser Stelle auch an Frau Gutschi von PEWAG Austria, sowie Herrn Linnig von PEWAG Deutschland!

Pewag Forstmeister FM80 Schneeketten

Die kommende Woche soll Strom, Wasser und ein Bett in den Bus bringen, außerdem wird Mamas Freiheit im eigenen Wohnzimmer durch hektisches Probepacken arg eingeschränkt werden.
So ist das nun mal, wir sind ja bald weg :)

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2x85l Zusatztanks abgeholt!

Nov18
2011
Kommentieren Geschrieben von tiagra

Als Ergebnis eines 1200km Höllenritts mit unserem Chauffeur Maik, halten wir seit heute unsere Zusatztanks in den Händen – abgeholt direkt von MRB bei München.

Zusatztanks MRB Fahrzeugtechnik

Die Tanks sind die ersten Exemplare der neuen, weiterentwickelten Form mit perfektionierter Entlüftung und kapazitivem Füllstandssgeber für den Wassertank. Außerdem wurde im Vergleich zu den bisherigen Serien die Montage/Halterung der Tanks stark verbessert. Für extreme Offroadfahrten wurden einige Details verbessert, sodass in allen Lebenslagen über Stock und Stein gerutscht werden kann, ohne durch den Tank behindert zu werden. Damit haben wir für Wasser und Diesel je 85l zusätzliche Tankkapazität!

An dieser Stelle nochmals ein ausdrückliches Dankeschön an Martin von MRB-Fahrzeugtechnik sowie Maik für die irre Abholaktion.

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tiger2asia Kick-off-Video-Trailer!

Nov10
2011
Kommentieren Geschrieben von tiagra

In den letzten Tagen ist Dank Stefan Henning von east system music der Auftakt-Trailer zum tiger2asia-Projekt entstanden.

Kurze, spritzige Vorstellung des Projektes, den Zeitdruck und den immensen Vorbereitungsaufwand widerspiegelnd :) Viel Spaß!

tiger2asia 2011/12 – Tigerbus on tour – Trailer from Tiger Bus on Vimeo.

Geposted in Bulgarien, China, Deutschland, Lettland, Litauen, Moskau, Polen, Rußland, Rumänien, Slowakei, St. Petersburg, Türkei, Ungarn, Warschau
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Letzte Vorbereitungen…

Aug16
2010
Kommentieren Geschrieben von tiagra

Es ist 2:45 nachts und ich vermisse mein Portemonaie. Heute um 10 wollen wir endlich mit fast 10 Tagen Verspätung Richtung Baltikum und Kola aufbrechen und jetzt fehlt das verdammte Ding. Noch einmal Nachdenken: In der Werkstatt Ersatzteile und Werkzeug eingeladen, dann aus der Wohnung Klamotten und Kühlbox geholt, auf dem Weg zu Mama bei McDonald’s schnell etwas eingeworfen und dann ab in die Garage um letzte Vorbereitungen am Auto zu treffen. Später die 2 verschiedenen GPS-Tracker konfiguriert und alle wichtigen Personen zu deren Benutzung eingeladen. Alles gut.

Werkstattromantik spät nachts...

Nur wo ist das verdammte Portemonaie? Alle Dokumente sind da, Visum im Paß, Autoversicherung für Russland wollen wir uns direkt an der Grenze kaufen, da Russland auf sämtlichen grünen Karten gestrichen wurde. Die HuK hat mir heute zusätzlich noch eine Kasko-Versicherung aufgrund des Wertgutachtens für meinen Syncro verwehrt, sodass ich über die installierten GPS-Tracker doppelt froh bin. Eigentlich ist es auch kein so großer Unterschied, da die Versicherung in den relevanten Gebieten (Russland…) sowieso nicht gegolten hätte und die an der Grenze nachgekaufte nur eine Haftpflicht beinhaltet – also: Auto nicht aus den Augen lassen.

Ich werfe mich in das gepackte Auto und rase zur Werkstatt. Die Stirnlampe war schon eingepackt, also suche ich damit jeden Zentimeter nach dem verdammten Portemonaie ab – Nichts. Ich fahre noch einmal in meine Wohnung. Von meiner Mitbewohnerin hatte ich mich eigentlich schon verabschiedet, da bin ich wieder – morgens um halb 4. Aber auch hier ist nichts zu finden, außer ein völlig verkramtes Zimmer, welchem in aller Eile aus jeder Ecke ein paar wichtige Reiseutensilien entrissen wurden. Hinter der Kühlbox (gut, woanders auch…) lag schon Staub – ich sollte öfter reisen.

Bei McDonald’s machen sie gerade sauber, aber niemand will mich sehen. Ich laufe wild gestikulierend durch den McDrive, bis mich endlich jemand sieht. Ich muß furchterregend dahergekommen sein, denn die Frau hat panische Angst und so schreien wir uns durch die Scheibe an. Sie versteht mich nicht. Irgendwann öffnet sich der Spalt am Schalter für einen Millimeter und ich kann ihr mein Anliegen mitteilen. Ihr Gesicht entspannt sich merklich. Ich will ihr nicht das Portemonaie rauben, sondern frage höflich nach dem Verbleib meines eigenen. Sie ruft nach hinten und die Antwort kann ich auf ihrem Gesicht schon ablesen: Nichts. Wo zum Geier…

Enttäuscht und sauer trete ich wieder ins Zimmer und überlege was ich denn Schlaues in einer SMS an Stephan und Anne schreiben könnte, um irgendwie die Beantragung eines neuen Führerscheins und die weitere Reiseverzögerung zu rechtfertigen. Ich sacke auf dem Bett zusammen und denke noch einmal über den gepackten Bus nach. Mir kommt die Sparvariante des T3-Handschuhfachs in den Sinn: Ein simpler Kunststoffeimer, welcher mit ein paar Schräubchen direkt vor dem vorderen Querträger unterm Armaturenbrett baumelt – sozusagen die Krönung des Sparprogramms für Postfahrzeuge und ähnlich spartanisch zusammengeschossene Gruppenverkaufsobjekte. Ich renne zum Bus und greife in den Querträger: Das Portemonaie. Verflucht! Ab ins Bett, den Termin mit Stephan und Anne haben wir nicht verschoben – das kann ja heiter werden.

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Der Anfang

Aug16
2007
Kommentieren Geschrieben von tiagra

Mit hoffentlich alle Dokumenten und genug Foto- und Videoausruestung fahre ich mit dem Berlin-Warschau-Expresszug zum Startpunkt unserer Reise.

zeugs

Im Zug gibt es den ersten, näheren Kontakt mit Polen, welche ungeniert laut im Abteil telefonieren und dabei Wurst aus ihrer Einkaufstüte pulen. Neben mir sitzen noch zwei Franzosen, welche das Gleiche tun wie ich: Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Russisch und Polnisch suchen. Ich habe dauernd das Gefühl etwas zu verstehen, dochletztendlich muss man einsehen, dass der Anteil unbekannter Wörter fuer jemanden mit unzureichenden Russischkenntnissen auch bei polnischen Reisegesprächen ganz schön hoch ist.

expresszug

In Warschau angekommen, werde ich von Pawel und Piotr empfangen. Wir begrüssen uns wie alte Freunde, obwohl wir uns noch nie gesehen haben. Pawel spricht ganz gut Englisch und Piotr ganz gut polnisch. Auf dieser Reise werde ich mit Piotr und einem weiteren Freund in einem Bus fahren, Pawel fährt mit den Überbleibseln des wegen Elektronikproblemen ausgefallenen dritten Busses in seinem Syncro.

Syncrofahrer sind hier in Polen genauso bekloppt wie bei uns in Deutschland. Man fährt große Räder und lange Federn, Originalmotoren sind kaum zu finden und zwei Differentialsperren braucht man schon zum Atmen. Pawel fährt einen TDi ohne Ladeluftkühler und der Motor hat 400000km nicht gezuckt, als er just nach meiner Ankunft Kühlungsprobleme bekommt. Es sind 30°C in Warschau, aber das sollte nicht so viel ausmachen. Wir beschließen, Kühlerreiniger zu kaufen, denn ein kaputtes Thermostat ist es schon mal nicht.

Pawel fährt uns in die Wohnung von Piotr und seiner Frau Ewa, wo es erst einmal etwas zu Essen gibt. Piotr und ich sprechen inzwischen mit Händen, Russisch, Polnisch, Englisch und Füßen, sodass wir eigentlich immer verstehen was wir meinen. Ewa spricht mich sofort in fließendem Englisch mit britischem Akzent an, und so kann ich auf nette Art verständlich machen, dass ich bitte keinen halben Kubikmeter Fischsülze essen muß. Es gibt dazu eine Art Brühe, welche quietschrot gefärbt ist und geschmacklich irgendwo zwischen Hühnerschweinerei und Rinderbrühe liegt. Die Farbe kommt von roter Beete – wer hätte das gedacht. Nach dem Essen ruft Pawel an und meldet, dass der Bus wieder kalt sei. Ganz schön schnell finden wir, und beschließen achselzuckend, den nächsten Morgen abzuwarten.

Die halbe Nacht verbringe ich damit, das nachts zuvor fertig gelötete GPS-System zu debuggen. Wir klemmen die Antenne auf das Fensterbrett und zerschneiden ein altes Netzteil, um das auf Autobetrieb optimierte System mit Strom zu versorgen. Ich flashe zig mal ein neues System auf einen alten Linux-PDA, welcher die GPS-Daten der gesamten Reise sekündlich mitschreiben soll. Morgens um 3 gebe ich entnervt auf, als der Misthaufen seinen seriellen Port nicht mehr findet. Im Halbschlaf höre ich ein leises Poltern, doch es beunruhigt zu wenig, als dass ich ihm des nachts auf den Grund gehen will.

Um 8:30 Uhr werde ich unsanft von Piotrs Telefon geweckt, welches zu dieser unchristlichen Zeit schon als Kundenhotline für seine Netzwerkfirma missbraucht wird. Piotr baut, installiert und vertreibt so ziemlich alles was mit wireless lan zu tun hat. Da ich mein GPS in der Nacht aufgegeben habe, suchen wir beim Früstueck einer Ersatzlösung. Wir wollen beide nicht unser Leben riskieren, also sollten unsere Notebooks nicht mit in den Kaukasus. Der Laptop seiner Mama samt einer alten 8-Kanal GPS-Maus von Rikaline werden kurzerhand zur Lösung des Problems erkoren. Ich packe meinen ganzen Elektronikschrott in eine große Tüte und merke, dass am Kabel vom Fenster keine Antenne mehr hängt. Ein Blick aus dem Fenster verrät auch nichts, weshalb ich etwas verwundert dreinkucke. Piotr erzählt mir von einem nächtlichen Poltern, und dann habe auch ich es endlich kapiert. Zusätzliche Freude bringt noch die Information, dass die Strasse unter dem Fenster der Hauptverkehrsweg zwischen Nachtklub und Studentenwohnheim ist. Na jedenfalls wünsche ich dem neuen Besitzer viel Spaß mit meiner 35db-GPS-Antenne für Segelyachten. Willkommen in Polen.

Tagsüber lädt Piotr mich in seiner alten Wohnung ab, wo ich inmitten hunderter Wlan-Antennen das Netz nach geeigneter GPS-Logging-Software fuer Windows durchforste, während er noch schnell ein paar Urlaubsvorbereitungen für seinen Firma trifft.

antennen

Das Ergebnis meiner Recherche ist nicht gerade umwerfend, und so komme ich zu dem Schluß, dass wir wohl oder übel nur den kompletten NMEA-Datenstrom aufzeichnen können oder auch gar nichts. Beim Gedanken an die Datenmengen bei einer 30-tägigen Reise wird mir spontan schlecht. Da es um meine regular expressions gerade schlecht bestellt ist, sehe ich mich auch nicht in der Lage, die nicht benötigten Zeilen mit einem Texteditor aus den log-Dateien zu löschen. Mist, eigentlich sollten die beiden ImageTanks für Fotos und nicht für überdimensionale GPS-Logs verwendet werden! Mamas Laptop kommt eigentlich wie gerufen, weil ich auf ihm gleichzeitig jeden Abend screiben kann. Die polnische Tastatur mit mehreren kaputten Tasten macht mir jetzt auch nichts mehr aus. Ein Testtext ergibt, dass man den Sinn noch erraten kann – das reicht.

Nachmittags holt mich Piotr ab und wir fahren auf einen Parkplatz, wo wir die von mir aus Deutschland mitgebrachte Gasanlage in seinen Westfalia-Küchenblock einbauen. Auf dem Weg zu seiner Mama kaufen wir noch zwei Bier, welche wir sodann bei einem Freund gegen einen professionellen Blick auf unsere Gasanlage eintauschen. Wir sind uns jetzt relativ sicher, eine dichte Gasanlage zu haben. Pawel ruft an: das Auto ist immer noch kalt.

Wir rennen durch einen Supermarkt und kaufen Unmengen Wasser und Nudeln ein. Wie immer überprüfe ich das Hiesige Kühlregal und suche mir Vanillequark und -milch – polnische natürlich. Wieder zu Hause, mache ich mich daran die vorbereitete GoogleMap mit einem tracklog zu versorgen. Irgendwie funktioniert das auch alles, aber irgendwie auch nicht. Wir müssen schon wieder weg und ich weiß, dass dies meine letzten Minuten im Internet waren. Jedenfalls bis Mitte September. Wie sollen die Daheimgebliebenen sehen wo wir sind, wenn die Karte nicht richtig funktioniert? Ich verfluche kurz die Google-API und deren Dokumentation und schreibe eine leicht entnervte SMS an meinen Freund Stefan, der die ehrenvolle Aufgabe übernommen hat, meine SMS mit den Koordinaten unseres Verbleibs täglich in eine kml-Datei einzutragen. Stefan ist ein überaus schlaues Kerlchen, vielleicht kann er noch etwas ausrichten. Ich beschließe, ihm trotzdem jeden Abend Koordinaten zu schicken, welche ich mit Zettel und Stift alle 50km vom TomTom abschreiben werde. Eine letzte Mail wird geschrieben und schon sitzen wir im Bus. Ewa weint und ich vermisse Yana.

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