bla bla von ТИАГРА

Posts in category Moskau

Масленица

Dieses Wochenende ist also Масленица. Wir grüßen unsere Freunde in den anderen Volksrepubliken und verabschieden nebenbei den Winter. Alle essen Bliny. Also Eierkuchen. So mancher Russe kuckt sich ganz schön um, also er für 2 Bliny mit Marmelade knappe 100 Rubel bezahlen soll. Wir entscheiden uns dafür, einfach zu Hause Bliny zu braten und kucken nur zu. Andere Leute erholen sich am Straßenrand von den Strapazen der Woche:

kumpel

Auf dem Rückweg schneit es tierisch, und der Strapazierte ist immer noch bei der Erholung. Ist aber Wurst, denn das sieht man hier jeden Tag. Mein Versuch ihn anzusprechen und zum Aufstehen zu bewegen wird schnell von Passanten unterbunden, denn Besoffene haben schon manchen Hilfsbereiten geschlagen. Ja stimmt, jetzt fällt mir auch auf, wie gefährlich er aussieht. Der Mann mit dem Schneeschieber schiebt ihm aus Versehen die Schuhe voll Schnee, aber er hat ja zum Glück nichts gemerkt. Schnell weiterschieben.

Bücherkaufen

Neulich waren wir auf dem Bücherflohmarkt. Auf dem Weg dahin sind mir gleich diese innovativen Ampeln aufgefallen, welche seit einiger Zeit überall aufgestellt zu werden scheinen. Auf der großen Anzeige werden die Sekunden bis zur nächsten Ampelumschaltung heruntergezählt. Sehr praktisch.

ampel

Der Büchermarkt selber befindet sich in einer Art Olympiastadion, wo Abends Konzerte stattfinden. Man bezahlt 10 Rubel Eintritt und kann dafür in den Gängen rund um den Kreis Bücher weiter unter Ladenpreis kaufen. Organisationsmäßig eher russisch, aber es macht Spaß! Gleich mal für 150 Rubel ein Reperaturhandbuch für meinen Bus gekauft – auf russisch. Fragt man sich wozu? Ganz einfach: Die Russische Variante hat deutlich mehr technische Zeichnungen und sogar Getriebequerschnitte samt Differentialsperren drin – angesichts der Bücherpreise in Deutschland, hätte ich es sogar als Witz mitgenommen…

bla_markt

Zurück im Wohnheim. Eigentlich gibt es nichts neues zu sagen, denn das Klolicht geht immer noch nicht. Morgen ist der letzte Tag mit Russischunterricht bei Olga und wir werden ihr ein kleines Abschiedsbuch überreichen… irgendwie schade, denn gerade jetzt bräuchte ich wohl noch einmal 4 Monate um die Sprache so einigermaßen sicher draufzukriegen. Andererseits bricht nach etwas 4 Monaten auch ein wenig das “Nase voll”-Gefühl über mich herein, denn die russische Art und Weise ist nicht unbedingt mit meiner kompatibel. Man kann sehr viel mit Toleranz und Kulturverständnis verstehen, aber ein Übermaß an sinnlosem Papierkrieg, Geldverschwendung, chronischer Unfähigkeit und “Wird schon werden”-Mentalität können es einem schon irgendwie vermasseln.

Klingt jetzt alles sehr hart, ist aber so. Eigentlich könnte man da stundenlang drüber schreiben, aber ich habe mittlerweile verstanden, dass man es genausogut seinlassen kann. Es muß alleine kommen. Selbst Russen sagen, dass sie sich das alles nicht erklären können, und verweisen auf den krassen Umbruch und die kurze Zeit. Wahrscheinlich dauert es einfach noch 50 Jahre. Zwischendurch fährt man noch 1 bis 2 mal den Karren an die Wand, schrammt am Bürgerkrieg vorbei und zahlt täglich an die Mafia, aber man muß wenigstens nicht seinem besoffenen Kumpel ein den Arsch treten oder entgegen aller Gewohnheit mal bei der Arbeit etwas nachdenken. Ja, ich weiß, Rußland besteht nicht aus ungelernten Wohnheimsbauarbeitern, und außerdem kommen die eh alle aus dem Kaukasus. Ich sag ja, man sollte gar nicht drüber diskutieren und es einfach rollen lassen… Irgendwie…

Fertig!

Arbeit abgegegeben, verteidigt und vergessen. Endlich. Habe ein Lob für meine Sprache und eine 5- (1- in D) bekommen…

arbeitsplatz

Die Sache mit dem Markt

Im Januar zufällig aus meinem Wohnheimfenster fotografiert… so sah er mal aus.

da

Die Moskauer fragen sich, wieviele solcher Auftragsmorde es wohl noch geben wird… nachdem gerade erst ein Schwimmbad des gleichen Architekten eingestürzt war.

pravda

4 Tage später ist bereits nichts mehr zu sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob in so kurzer Zeit irgendwelche Unfalanalysen in Sachen Statik und Bausubstanz überhaupt möglich sind, oder ob man hinterher einfach irgendjemanden verknacken wird. Die Beweise sind jedenfalls weg.

weg

HighTech auf dem Hinterhof

Auf dem Hinterhof des Wohnheims werden wahrscheinlich still und leise unter größtmöglicher Geheimhaltung (deshalb die aufwendige Tarnung als Schrottplatz) die Trägerraketen für die erste russische Marsmission entwickelt. Ich hab aber alles durchschaut und aus dem 13. Stock heimlich fotografiert, wie einer der Wissenschaftler eine Leitung für flüssigen Sauerstoff optimiert:

hightech

Ähnlich getarnt ist auch das Elektroniklabor in welchem ich meine Arbeit schreiben soll. Unmengen Tarnung und mittendrin ein digitales Speicheroszilloskop. SMD-Löten mit Dachrinnenlötkolben und Platinenfräsen mit höchster Präzision. Keiner weiß, wie solche Biotope technischer Effektivität in unserer schnelllebigen (Aha, es gibt als noch ein Wort außer Dampfschifffahrt!) Zeit überleben, aber sie tun es. Alles am Limit, alles kurz vor dem Zusammenfallen, aber mittendrin emsiges Treiben von absoluten Profis. Ist mir alles schleierhaft. Was würde passieren wenn man die ganze Meute in ein ordentlich ausgestattetes Labor setzen würde? 300%ige Produktivitätssteigerung innerhalb einer Woche oder Kompletttarnung (Noch eins!) innerhalb weniger Stunden?

Da ich heute sauer bin, tippe ich auf letzteres. Sauer deshalb, weil heute einer der Profis (das Wort ist ernst gemeint) aus Versehen meine sowieso schon Ersatzschaltung in süßlichem Rauch hat aufgehen lassen. Krokodilklemme als Masse für’s Oszilloskop quer über die Platine geklemmt und aus. Kurzer Rauch, Ende. Spannungsregler und Prozessor in den ewigen Jagdgründen. Spannungsregler war noch genau einer da, Prozessor genau keiner. Fazit? Ich kann meine Arbeit komplett an den Nagel hängen, denn: Der Prozessor ist in Moskau nur schwer aufzutreiben, da immer vergriffen (*). Außerdem machen die Herren am Mittwoch einen kleinen Umttrunk, am Donnerstag und Freitag sind offizielle Feiertage für die Männer Rußlands, am Sonnabend geht er Skilaufen und am Sonntag (Arbeitstag!) treffen wir uns dann zur Besprechung der schriftlichen Arbeit.

Ernüchterndes Ergebnis von 5 Monaten Rußland: Meine Arbeit ist hinten wie vorne ins Wasser gefallen. Schaltung samt Platine wurde nicht umgesetzt, Ersatzplatine abgeraucht, entwickelte Programme existieren nur auf dem Rechner und können mangels Hardware nicht getestet werden. Demzufolge gibt es natürlich auch keine Experimente zu Fehlerraten oder sonstewas – Schlußfolgerungen und Ergebnisse kann ich mir in die Haare schmieren. Meine schriftliche Arbeit soll ich trotzdem mit größter Sorgfalt zu Ende führen und um die Präsentation komme ich auch nicht herum. Theoretisches BlaBla zu den Grundlagen und meinen Entwicklungen zu einem nicht existenten Gerät zur externen Temperaturüberwachung über CAN-Bus. Ich bin begeistert.

Soeben kommt noch eine eMail von der TFH-Berlin:

Sehr geehrter Herr Henning,

leider können Sie sich Russischikurse hier nicht anerkennen lassen. In Ihrem Studiengang sind Sprachlehrveranstaltungen nicht obligatorisch. Schauen Sie sich das Angebot an, wenn Sie hier sind. Ich berate Sie auch gern in meiner Sprechstunde.

Weiter viel Spaß in Russland,

Prof. Dr. Ursula Meißner

Mir fällt dazu nichts mehr ein. Wenn mich heute einer komisch ankuckt, versenke ich ihn mit der flachen Hand im Eis. Grrrrrrrrr.

(*) Kleiner Exkurs: Amerikanischer Hersteller haben sich beim Export von Prozessoren und Controllern extrem affig, denn das ist ja Technologie die gegen sie verwendet werden könnte. Also schreibt man entweder langwierige Projektbeschreibungen und erhält dann genau abgezählte Exemplare, oder man verläßt sich auf Grauimporte, welche wohl über China etc. kommen sollen. Letzteres macht man hier und die wenigen Prozessoren sind dann selbst in einer großen Stadt wie Moskau schnell vergriffen.)

Torino 2006

Wir sitzen vor dem Fernseher und erleben, wie sich italienische Eisträume in italienische Tränen auflösen. Nachdem das russische Eistanzpaar eine gradiose Vorstellung vor deutlich reservierten Italienern abgeliefert hat, bringt der siegesgewisse Übermut der italienischen Favoriten genau zum Ende des Tanzes das böse Ende. In solchen Momenten frage ich mich immer wieder, wie man da auf dem Eis das Lächeln wahren kann. Man weiß genau, dass für 4 Jahre der Zug abgefahren ist, die Sponsoren einem die Ohren vollheulen werden und das ganze Land in tiefer Trauer liegen wird, und doch wird das Programm souverän zu Ende getanzt. Ich würde wahrscheinlich ein Loch ins Eis hacken und unter lautem Fluchen durch den Keller verschwinden.

Beim Bobfahren ist mir aufgefallen, dass es offensichtlich eine Kamera im Boden der Bahn gibt. Wie machen die das? Geht man einach davon aus, dass die Fahrer wenigstens so einigermaßen die Idealline treffen werden und deshalb die Kamera schon immer irgendwie zwischen die Kufen kommt? Irgendwie heikel, wenn man bedenkt, dass dort Geschwindigkeiten jenseits der 130km/h gefahren werden. Na gut, die Geschwindigkeit ist wahrscheinlich auch die Lebensversicherung jener Kamera, denn da liegen zwischen in der Bahn und aus der Bahn nicht viele Zentimeter neben der Idealline. Weiß jemand wie die Kameras direkt neben der Bahn bei 130km/h geschwenkt werden? Ein Mensch? Man stelle sich neben eine Autobahn und versuche ein vorbeifahrenes Auto durch das Loch einer Klopapierrolle zu fixieren – halte ich für gar nicht so einfach. Vielleicht sind es ja auch schon Automatikkameras mit Bobtrackingsystem? Im Jahre 2006 eigentlich lange überfällig.

Jetzt schneit es bei uns auch gerade wieder und die Temperaturen gleichen sich bis aufs Grad mit denen in Torino. Wir, die auf Schlittschuhen nicht einmal gerade stehen können, Skier und Snowboards höchstens im Sessellift gerade halten können und den teuren Carbon-Bob schon nach 10 Metern in ein wertloses Faserbündel verwandeln würden, klopfen bei russischem Waffeleis und Weißkohl (essen wir statt Chips – gute Idee wie ich finde!) die dicksten Sprüche. Hast du gesehen wie labberig ihre Hand die ganze Zeit war? Die arme Frau, das war eindeutig sein Fehler, er hat viel zu viele Schritte gemacht! Warum rennen die nur drei Schritte, so kann der Bob ja nicht schnell werden! Kaum eckt der Bob irgendwo in der Eisbahn an, stöhnt es vom Sofa nebenan. Wir sind enttäuscht. Die letzte Drehung hätte sie nun wahrlich nicht so hinpfuschen müssen… Gut, dass keiner weiß, wie peinlich wir manchmal sind. Hoch leben die Olympischen Spiele – und wir sind dabei! 2014 dann in Sochi?

Neulich am Valentinstag

Auch über den Osten Europas (ja, Europa erstreckt sich deutlich weiter als der geliebte Shell-Autoatlas suggeriert) ist diese westliche Importtradition schon seit langer Zeit hereingebrochen. Erfunden von der Liga beziehungsgeschädigter Frauen, hilft er heutzutage mehr oder minder erfolgreich, im Gehirn eines Mannes wenigstens einmal im Jahr einen Hauch von Romantik vor dem eigentlichen Akt einfließen zu lassen. Unterstützt wurde die Einführung dieses Feiertages natürlich auch hier vom Verband streunender Blumenhändler und den Vereinigten Kitschkartendruckereien.

Mal abgesehen von den Blumenläden dieser Stadt, in welche man zeitweise das Geld mit Schuhkartons bringen muß, ist der Hauptaustragungsort dieses Festtags natürlich die Metro. Dort sieht man, was solcher Gruppenzwang eigentlich alles anrichten kann. Männer kaufen Blumen und versuchen dabei die Haar- und Kleidungsfarbe ihrer Angebetenen gut zu ergänzen. Die Ergebnisse reichen von geschmack- bis grauenvoll. In der U-Bahn empfängt eine Russin von ihrem etwas klein geratenen Verehrer soeben einen Strauß roter Rosen und einen Sack voll Hundeblick. Beim Anblick der Karte sieht man ein verkrampftes Dankeslächeln auf ihr Gesicht gleiten – fast mitleidig blickt sie ihm in die Augen, während er nervös mit seiner Hand an seinem MP3-Player nestelt. Voller Inbrunst und Romantik hatte er es im dritten Anlauf tatsächlich geschafft, seinen Namen eigenhändig unter den vorgedruckten Liebesbrief zu krakeln – angesichts der Tatsache, dass er einen Füllfederhalter wahrscheinlich mit Mönchsritualen während der Hexenverfolgungen assoziiert und seit ca. 10 Jahren sämtliche Kommunikation jenseits des Bettes ausschließlich über die 12 Tasten seines Mobiltelefons abwickelt, ist das eine bemerkenswerte Leistung. Seine Freundin erkennt dies auch sofort und gibt ihm einen dicken Kuß. Hach, was hat sie doch für einen Lieben gefunden. Er strahlt und richtet sich wieder etwas auf. Während er die anderen Fahrgäste mustert, schiebt er langsam seine Schultern in die Breite, und dreht gekonnt und ohne hinzusehen seine Musik lauter. Leider ist sein Hosenstall offen.

Im nahegelegenen Einkaufszentrum laden die Herren die Damen in ein Fastfoodrestaurant ihrer Wahl ein. An die folgende Nacht denkend, sitzen sie verträumt an die Tischen – bedeckt mit den Klamotten der Freundin, ihre Handtasche bewachend und möglichst männlich aussehend – während sie sich in die Schlange stellt, um das Essen zu holen. Leider hat man hier die Bedeutung des Wortes Fastfood noch nicht ganz verstanden, und so dauert es mal fix 30 oder 40 min, bis man seine Bestellung in den Händen hält. Die Schlangen ringeln sich durch die halbe Passage und man wartet mit russischer Geduld.

Während ich unterbewußt die noch unbenutzte Kinokarte mit den Fingern zu Altpapier knete, fällt mir eine McDonalds-Werbung aus der U-Bahn ein: 10000 Rubel Verdienst für den Thekenjob. Im Kleingedruckten steht noch etwas von 21 Tagen à 8 Stunden. Das macht also genau 1.70 EUR pro Stunde. Verglichen mit Deutschland, müßte ein Menü dann also etwa 85 Cent kosten. Da man jedoch meist mehr als 150 Rubel (über 4 EUR) bezahlt, frage ich mich, wie das ganze System hier überhaupt funktioniert. Die Löhne mögen für russische Verhältnisse angemessen sein, die Preise jedoch unter aller Sau. So richtig brummen tut es natürlich für McDonalds.

Neulich bin ich an einem ausgebrannten Spielzeuggeschäft vorbeigekommen und wurde informiert, dass es hier gängige Praxis sei, einen unwilligen Ladenbesitzer durch einen plötzlichen Brand zum Verkauf seines Geschäfte zu zwingen. Ich bin gespannt, wann die ersten Fastfoodrestaurantfilialen brennen – ganz ohne Kaufabsicht.

Mittlerweile hat man aufgegessen, im Kino die Hollywoodklamotte auf russisch überstanden und befindet sich auf dem letzten Bummel durch die Passage. Auf dem Weg zum Ausgang werden noch möglichst viele Glaskästen mit billigem Schmuck aus Übersee umkreist und man kann förmlich sehen, wie der Mann mit steigender Anzahl von Glaskästen tiefer und tiefer in die Rolle des verständnisvollen, perfekten Mannes fürs Leben rutscht und sich dort sichtlich wohl fühlt. Zum Abschluß gibt es zu Hause eine große Runde Blümchensex und wir sind uns alle sicher, dass es nur die Liebe war, die uns just an diesem 14. Februar solch’ schöne Stunden bereitet hat.

Sonne!

Endlich ist der Sommer ausgebrochen! Bei -10°C und strahlendem Sonnenschein kann man die Hände schon mal zum Fotografieren aus der Tasche nehmen… leider war die Sonne so hell, dass ich auf dem LCD der DigiCam fast nichts erkannt habe und das Bild schlechter geworden ist als erhofft. Gestern war es noch die gute EOS 50e Spiegelreflexkamera, heute ist es irgendwas kleines zwischendrin, und die Zukunft wird wohl auch wieder bei Spiegelreflexkameras liegen. Fragt sich nur, ob man die dann auch jeden Tag mitschleppt und einem so der ein oder andere Schnappschuß nicht verloren geht. Naja, man muß nur verrückt genug sein, dann geht auch das… hier übrigens das Wohnheim:

sonnenheim

In der Uni geht es langsam drunter und drüber, weil die Herren von der Platinenherstellung nach 3 Wochen damit herausgerückt sind, dass sie meine Platine nicht fräsen können, weil die Koordinaten für die Bohrungen nicht stimmen. Juchu, als wenn man die nicht auch mit einem x-beliebigen Offset exportieren könnte!!?!? Grrrrr. In genau 15 Tagen muß dieses Gerät programmiert sein, experimentell auf Herz und Nieren getestet, dokumentiert und vor der versammelten Mannschaft des Lehrstuhls präsentiert sein. Jeder noch so kleine Bauarbeiter hat hier ein Mobiltelefon, aber im Falle eines Problems schafft man es nicht einmal kurz anzurufen. Das ist jedoch bekanntlich kein russisches Problem, sondern ein weltweit anzutreffendes Phänomen.

Wie komme ich jetzt zum Abschluß meiner Arbeit? Fotobeschichtetes Platinenmaterial scheint hier gänzlich unbekannt, sonst hätte ich das Ding einfach schnell selbergeätzt. Auf Nachfrage beim Professor wo ich entsprechendes Material kaufen könnte, bekam ich ein ähnliches Gesicht zur Antwort wie zuvor beim Kondomkauf im Tante-Emma-Laden. Hätte ich es früher… ach… hätte hätte… Das Wetter ist zwar gut, aber heute möchte ich trotzdem mal jemanden “*ä*$!%$”! Ach ja, die Lösung: Wir haben da noch eine Platine, die macht fast das gleiche wie deine, programmierst du einfach die!

parkplatz

Bei der Gelegenheit mal ein kurzes Update zur derzeitigen Bausituation im Flur: Am Freitag hat jemand ganztägig den kleinen Vorraum von ca. 4m2 Größe liebevoll mit Tapetenresten beklebt. Jetzt sieht alles wieder schön aus. Als ich gegangen bin, hat mir einer der Meister in der Eile eine halbe Kelle Schnellmörtel auf die Jacke gesabbert. Bei der anschließenden Reinigungsaktion habe ich dann gleich nach Türriegeln gefragt und ihm erklärt, warum eventuell auch Türgriffe/-klinken praktisch sein könnten. Heute ist Montag und wir haben Riegel und Griffe! Jetzt können wir uns wenigstens um Dunkeln einschließen, wenn wir mal etwas zu erledigen haben, denn Licht gibt es auch in der dritten Woche nicht. Vielleicht werde ich mir bei Gelegenheit einen Fuß einbetonieren lassen, scheint ja zu helfen…

Need something?

VIDEO