TigerBus


Heute habe ich endlich mal Zeit für den Umbau gehabt. Geschafft habe ich fast nichts, aber ich weiß jetzt, dass der Ansaugkrümmer SOOOOO groß ist. Da wird wohl einiges vom seitlichen Träger weichen müssen… und ich dachte ich käme drum herum :’( Falls jemand einen passenden Krümmer kennt, der auch das AGR-Geraffel halten kann und weniger ausladend ist – bitte melden, dann schneide ich keine Löcher in den Bus. Der Krümmer vom turbogeladenen 1.9er ist zwar kleiner, allerdings wird der am Sauger keine ordentliche Füllung des Zylinders erreichen, weil ihm einfach der spezielle Winkel fehlt…

Na jedenfalls steht das Ding schon einmal auf den Motorträgern vom 1.6er TD (JX) und läßt in völlig ungewohnter Schräglage gemütlich sein Öl raus:

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Hier sieht man auch den wunderbar großen Ansaugkrümmer, welcher im Caddy natürlich nicht so gestört hat, denn da hängt der eben nicht ganz so schräg :)

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Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch den unteren Teil der Servokonsole entfernt und mal den Wasserflansch von der JX-Wasserpumpe mit angebaut. Sieht alles ganz gut aus… jedenfalls solange keine Servopumpe dranhängt.

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Mit Servokonsole wird es für den Schlauch sehr eng (Pfeil), jedoch werden es ein paar beherzte Behandlungen mit der Feile wohl tun – hat genug Material die Konsole. Wir dürfen gespannt sein….

Auf nach Korsika! Yana ist am Flughafen eingetroffen und wir sind auf dem Weg ins gelobte Land. Der olle Turbodiesel muckt seit einer Woche rum, springt kaum noch alleine an und verbraucht eine Menge Öl. Förderbeginn steht goldrichtig, vorglühen tut er auch – nix zu machen. Mittlerweile scheinen es fast 5l Öl auf 1000km zu sein, also habe ich noch ein paar Kanister gekauft – ist ja billiger als Diesel. Wenn er fährt dann fährt er, sogar ziemlich gut. Für den Notfall gibt es ja den ADAC, also warum sollte man zu Hause bleiben – haben schließlich lange genug unfallfrei Beitrag bezahlt.

Die 1400km nach Livorno sind für einen einzelnen Fahrer schon recht happig, also machen wir ab und zu mal Pause. Mit von der Partie ist mein alter Bus, welcher nun in den Händen eines Schwaben ist und mittlerweile innen einen halben Westfalia-Wohnmobilausbau erhalten hat. Mein neuer Bus gefällt mir technisch zwar besser, aber irgendwie vermisse ich das Radio – ohne Musik im Auto wird jeder Kilometer doppelt so lang. Yana sagt, wir könnten uns ja unterhalten – ich weiß gar nicht wie sie auf diese Idee kommt…

Am Fährhafen kann man wider Erwarten einfach so und kostenlos übernachten, sodaß wir morgens um 8 pünktlich an der Fähre sind. Man soll eine Stunde vorher da sein, also stehen wir schon in der Schlange als sich noch nichts bewegt. Der Bus springt mittlerweile nicht mehr von alleine an, weshalb er zum Ärger der Mitwartenden laufen gelassen wird. Dicker, bläulicher Ölrauch schlängelt sich durch die Reihen der Autos und verbreitet unweigerlich Urlaubsstimmung. Neben mir steht ein Mitvierziger in einem 3.0l TDi SUV und schüttelt langsam den Kopf um mir sein Mißfallen anzudeuten – da hilft kein Pollenfilter und keine Klimatronic, der Urlaub beginnt blau.

livorno

Was man wissen sollte: Als Bus wird man als letztes einsortiert und kann sich die Sache mit der Stunde völlig sparen. Soetwas weiß man aber immer erst hinterher. Italienisch pünktlich legen wir mir fast einstündiger Verspätung in Richtung Bastia ab. Wie durch ein Wunder ergattern wir an Deck 4 Liegestühle und schlafen so sonnige 4 Stunden bis nach Korsika.

Direkt vor uns in der Fähre steht noch ein Bus, welcher sich bereiterklärt hat, uns aus der Fähre zu ziehen. René (besagter Schwabe) testet – durch geistige Umnachtung beflügelt – gleich mal einen mit 2.60m beschrifteten korsischen Autobahntunnel und paßt sogar durch! Wir folgen den Angaben des GPS und schlagen uns durch Bastia, um in Richtung Aleria auf der Küstenstraße entlang unseren ersten Campingplatz in den Bergen zu suchen.

bastia

Dieses Jahr wollen wir nach Korsika fahren und das natürlich mit der Fähre. Kuckt man sich die Fährpreise lange genug an, stellt man schnell eine Preisgrenze bei ungefähr 2.20m Fahrzeughöhe fest. Der Preisfaktor liegt streckenweise bei ca. 2. Was schließt man daraus? Hochdachbusse sind teuer! Da man nach 2 Wochen im Bus doch irgendwann mal wieder die Glieder strecken will und mit beschränkter Dachhöhe auch gleich ein guter Teil des nächtliches Sportprogramms zusammengestrichen werden müßte, ist also ein Aufstelldach das Mittel der Wahl.

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Wie durch ein Wunder lag da zuuuuufällig eins bei einem Kumpel in der Scheune. Ziemlich seltenes Ding und in gutem Zustand mit allen Papieren für die Herren in blau – perfekt. Einen Quadratmeter Blech aus dem Dach des frisch erworbenen Busses zu sägen tut zwar weh, aber man tröstet sich mit der Ausrede, dass man ein solches Loch später auch bei einem eventuellen Hochdachumbau benutzen könnte. Na jedenfalls ist es jetzt drauf und es gefällt. Fraglich ist noch die Meinung des weiblichen Geschlechts…

Ach wem es aufgefallen ist: Der Bus ist neu. Endlich syncro! Als Einstand gleich mal die ganze Vorderachse auseinandergerissen und die sämtliche Lager und Gummiteile erneuert. Anlaß war starker Kakteenbewuchs in einer der beiden Vorderachsschwingen :) Zugegebenermaßen wurde auch gleich ein wenig höhergelegt, aber alles im Rahmen… Na gut, die Bremsen ringsrum sind auch gemacht und die Räder sind auch nicht original, aber wer hat denn geglaubt, dass andere Busse weniger Arbeit machen würden?

Heutzutage, wo jeder Vollproll im carbonfolienbeklebten Honda CRX bei romantischem Licht der 4-stelligen Siebensegmentanzeige einer Spannungsstabilisatorschaltung den bestringtangaten Hintern seiner Freundin auf die Kühlrippen der Mediamarkt-Endstufen nagelt, besinne ich mich zurück zum gammligen Kleinbus mit Drecksdiesel. Die Zeiten mit Doppelvergaser und mehr Rost als Blech sind zugegebenermaßen vorbei, denn heutige Fahrzeuge sind zumindest teilverzinkt, weshalb sie nur tigerartig an bestimmten, aber ganz sicher tüvrelevanten, Stellen braun werden. Dieses Verhalten ist in Deutschland besonders bei der Gattung VW-Bus zu beobachten, welche in meisterhafter Blecharbeit von einem Punktschweißroboter als selbstfahrende Fugenrostfabriken zur Welt gebracht wurden.

Auch in Rußland gibt es solche Boliden zu bewundern, und ihre Halter gleich mit. Seit Urzeiten nahezu unverändert gebaut, hat der UAZ 4**/3**** nicht nur in Rußland unerschrockene Anhänger gefunden. Während der VW-Bus in (West-)deutschland eher als modernes Fortbewegungsmittel für kinderreiche Familien und Kleinunternehmer entwickelt wurde (mal abgesehen von den Preisen, aber die waren bei VW standardmäßig daneben – man denke da nur an diese wunderbar langen Aufpreislisten… Motor? Aufpreis!), hat man in Rußland von Anfang an das allesüberdauernde, rollende Wunder der russischen Technik vor Augen gehabt. So kommt der UAZ leichtfüßig auf schweren Portalachsen durch die russische Taiga gewetzt, wo der VW-Kunde in Deutschland noch beim Händler an den Nägeln kaut, weil die Version mit 4WD so unverschämt viel mehr kostet.

Im Gegensatz zum Lada gammelt der UAZ nicht speziell auf den großen Blechflächen, sondern an den Ecken. Dafür aber an allen. Damit kommt er dem VW-Bus schon sehr nahe. Im Internet findet man schon reihenweise Fans des russischen Hippiebusses, und irgendwie gefällt auch mir die dieses russische Universalschwein sehr gut. Wie dem Reiseprospekt eine Mietwagenanbieters kurz hinter Ulan-Bator zu entnehmen ist, läßt sich auch dieser Wagen für die Freuden eines jugendlichen Lebens einsetzen: “Bei schneller Fahrt über staubige Pisten kann bei diesem Fahrzeug Sand in die Fahrgastzelle dringen.” Ausdrücklich wird jedoch die Geländegängigkeit betont, welche natürlich besonders für Pärchen zum Aufsuchen abgelegener Plätzchen wichtig ist.

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Da ich schon die Gesichter meiner Familie sehen kann, wie sie sich beim Gedanken an meine eigene VW-Investionsruine zur Unkenntlichkeit verziehen, schreibe ich jetzt nicht, dass der UAZ für knappe $7000 nagelneu in Uljanovsk vom Band läuft und ich ja zu gerne… Hach, lassen wir das. Ähnliche Buskranke mögen sich ein wenig durch diese Seiten klicken. Und nein, ich habe keine Ahnung wie man so eine Kiste nach Deutschland importiert, geschweige denn zugelassen bekommt!

Eigentlich wollte ich mich in diesem Beitrag ja über die wiedergewonnene Freiheit durch das eigene Automobil äußern, aber das paßt heute denkbar schlecht. Gestern winkte mich ein freundlicher Verkehrsteilnehmer wild gestikulierend von der Straße. Kaum aus dem Auto, offenbarte sich auch schon das Unheil: Öl floß aus dem Motor. Ein Blick unter des Busses Hintern war Grund zu der Annahme, dass wohl der Simmering an der Kurbelwelle hinüber sei. Nun gut, nach 200000km war is vielleicht mal Zeit.

Zum sicherlich 10. Male seit ich dieses Auto habe, schleppte mich ein Freund mit seinem Opel Kadett nach Hause und wir gingen Teile kaufen. Wenn man da unten schon mal alles ab hat, wechselt man auch gleich die ein oder andere Dichtung – Zahnriemen muß sowieso neu, d.h. auch die Spannrolle, Öl und Filter auch… kurzum, ich wurde knappe 120 EUR los. Reine Materialkosten. Zur Zeit haben wir natürlich auch wunderbares Schrauberwetter. Dankbar wie nie bin ich den 4m2 Wellpappe, welche ich tags zuvor beinahe achtlos weggeworfen hätte. Knöcheltiefer Schlamm, Schneematsch und der wohlige Schein des 500W Baustrahlers lassen diese Reparatur zu einem Genuß werden.

schlamm

Die kleinen VW-Diesel sind ja bekanntlich nicht das größte Wunderwerk der Technik, aber ölen tun sie normalerweise nicht so doll. Komischerweise gingen alle Schrauben problemlos zu lösen – bis auf eine natürlich, aber da half zum Schluß der Meißel. Schwein gehabt. Irgendwann lege ich mir einen Schlagschrauber zu! Riemen weg, Ölwanne weg, Kurbelwellenrad ab (Bei VW lieh man mir das Werkzeug 3099 – den Gegenhalter für die Kurbelwelle… sehr nett!) – Simmering sah eigentlich noch gut aus? Prophylaktisch noch das Rad der Zwischenwelle ab und sieheda, der Dichtring fiel mir schon entgegen. Juchu.

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Die eigentliche Frage… wieso ist der Simmering nicht mehr an seinem Platz? Normalerweise klemmt der sehr stramm (man kriegt ihn kaum rein) in seiner Öffnung… Erster Gedanke: Zu viel Druck im Kurbelgehäuse – Dichtung nach außen gedrückt. Wie kommt da Druck hin? Entlüftung verstopft oder… oder… ja… oder Motor verschlissen. Zylinder schon leicht oval oder Kolbenring halb verschwunden oder gebrochen, und schon pfeiffts nach unten ins Kurbelgehäuse. Ich freue mich ja schon auf die Auflösung dieses Rätsels… Grrrrr. Um die Sache spannender zu machen, sagte mir THO-T3, dass das kleine Sieb im Ventildeckel bei winterlichen Temperaturen durchaus mal durch Kondenswasser zufrieren könne, das dann natürlich in Nichtfunktion der Kurbelgehäuseentlüftung resultieren würde und… ach… lassen wir das.

P.S.: Suche neuen Bus!! :D (Wenig Gammel, 2 Sperren, TD – …)