bla bla von ТИАГРА

Vorbereitung Teil 2 und…

… Abfahrt.

Die Nächte ziehen sich lang und länger, die Werkstatt wird kalt und kälter. Wir bereuen keinen Euro des kürzlich angeschafften Diesel-/Heizölwarmluftgebläses und schrauben, sägen und bohren bis spät in die Nächte.

Wie es immer so ist, wird aus einem kleinen Stück Elektrik gleich ein ganzes Kraftwerk, weil der Herr das nur einmal in seinem Leben machen möchte. Also gleich alles vorsehen, was schon über Jahre ausgebrütet wurde, jedes Relais muss rein, jedes Kabel ordentlich isoliert und rüttelfest befestigt sein. So ganz nebenbei wird der Solarlader-Erbauer Michael zum Lötsklaven umgeschult und crimpt und lötet mehrere Nächte lang gewärmt von seiner Standheizung im eigenen VW-Bus den halben Kabelbaum des Tigerbus zusammen. Der passende Schaltplan existiert auf zwei A4-Seiten, mit Bleistiftstrichen kreuz und quer, hier ein Kabel mit bla Quadrat, hier noch eine kleine Sicherung… am Ende stehen 240A Gelbatterie, ein Solarlader für Gel- und Starterbatterie mit externem Display und temperaturkompensierten Ladekennlinen, ein 45A-Gel-Lader an der Lichtmaschine, 15 Relais für Scheinwerfer und Kleinkrams, einige Sack voll Sicherungen und fast 100m Kabel aller Querschnitte. Dazu gibt es jetzt Steckdosen, Licht (zumindest vorne, hinten haben wir “vergessen”) sowie 220V – man kann nicht jedes Ladegerät als 12V-Version anschaffen, da wird man ja arm. Für die grandiose Hilfe sei an dieser Stelle noch einmal Michael ganz herzlich gedankt!



Der Innenausbau erfolgt im Gegensatz zur Elektrik nur profisorisch, da hier weder Zeit noch Geld für die eigentlichen Träume vorhanden waren. So erstanden wir von Max ein paar Westfalia-Wrackteile – namentlich einen Heckschrank, einen Dachschrank und die Überreste einer Sitzbank, welche sodann zusammen mit alten OSB-Platten, anderen Holzabfällen, irgendwelchen Stahl- und Aluwinkeln, vielen Kabelbindern (ja sind die wirklich sooo praktisch? JA!) und sogar zwei Blindnieten völlig unfachgerecht in den Bus geferkelt. Danke an Stephan für die tatkräftige Hilfe, auch, wenn die ohnehin nur sehr kurzen Nächte dadurch zu kürzesten Nächtchen degradiert wurden… mehrfach… immer wieder.

Für die Küche musste allerdings ein Neubau her, welcher dann in einem Tag und einer Nacht aus 6.5mm Birkensperrholz, Aluwinkelprofil und Blindnieten zusammengeschossen wurde. Euroboxen werden zu Schubladen, Gummiseile über Kanthölzern zu Verschlüssen. Eine Dose narzissengelb aus dem Baumarkt – danke an Anne für die weise Farbwahl! – brachte das Schmuckstück zur Vollendung. Da sich sowohl der Kocher als auch ein kleines Klo darin wohlfühlen, nennen wir diese Kreation die KKK – die Koch-Kack-Kombi.





Wasser musste her, Tank hier Tank da, aber nur wohin mit der Pampe? Also Waschbecken, Wasserhahn mit Filter. Gut, wenn Filter, dann Druckwasser, sonst filtert da nix. Also Druckwassersystem mit selbstansaugender Pumpe, Tankumschaltung zwischen zwei Tanks. Ach, wir fahren ja 10 Monate? Gut, dafür haben wir vorgesorgt: 10l Kühlwasserwärmetauscher mit Vormischer, Druckminderer damit das Überlaufventil nicht dauernd rumsabbert, Dusche ausziehbar. Keine 10m Schlauch und 30 Schlauchschellen später ist das Wassersystem “fertig” – alles rein provisorisch in die KKK “gebaut”. Mit Kabelbindern. Komplett. So langsam beginne ich Kabelbinder zu mögen.

Die Standheizung hat jetzt zwei Pumpen – eine für über 1500m ü.n.N., eine für drunter. Das Armaturenbrett hat eine neue Luftdüse eingeschweißt bekommen, so wird die warme Luft direkt durch die Lücke zwischen den Vordersitzen nach hinten geblasen.



Irgendwann haben wir dann auch mal gepackt, noch schnell einen Turbolader gewechselt und einen Unterfahrschutz umgeschweißt – wie die Antriebswellen in den Bus gekommen sind, weiß ich schon gar nicht mehr. Plötzlich waren sie drin. Ach ja, zwischendurch waren sowohl Weihnachten als auch Neujahr, wobei wir ersteres nur durch das Weihnachtsessen bei Stephan und Anne bewußt mitbekommen haben (nein nein, bei Mama gab es auch etwas…) und letzteres nur durch lauteres Grölen aus der Nebenhalle aufgefallen ist. Ansonsten: Aufstehen, Werkstatt, Bett. Anzumerken ist, dass wir die ganze Zeit Stephans Bus für die Fahrten zur Werkstatt, zum Baumarkt, zum ADAC und sonstewohin zur Verfügung hatten. Einfach so, jeden Tag. Gran-di-os. Vielen Dank dafür.

Nachdem also sämtliche Packlisten aus “ja haben wir schon, nein brauchen wir nicht”-Krakelei bestanden, fuhren wir eines Tages los. Höchste Zeit, denn das Pakistan-Visum läuft in nicht weniger als 15 Tagen ab. Vorher machen wir noch den Pflichtbesuch bei Oma, aber natürlich am anderen Ende der Republik, wie sich das gehört! Also: Wir sind dann mal weg.

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