
Zur Dimensionierung der Solaranlage habe ich mir die Daten für einen Mitteleuropäischen Sommer aus dem Netz gefischt. Ich nehme einfach mal an, dass selbiger ein guter Schnitt für eine Weltreise ist. Im Norden Rußlands wird die Rechnung kaum aufgehen, in Indien oder Südostasien liegt man sicher weit darüber.
Da Batterien teuer und schwer sind, möchte man davon eigentlich nicht sooo viele mitschleppen, maximal so viele wie nötig. Andererseits sind sie die einzige Möglichkeit bewölkte Tage oder sonstiges Mistwetter einigermaßen autark zu überstehen. Da wir im Bus eigentlich auf die meisten elektrischen Kinkerlitzchen verzichten können, ist auch an solchen Tagen problemlos eine drastische Einschränkung des Strombedarfs möglich.
Gerechnet wurde also mit einem mittelmäßig luxoriösem Stromverbrauch sowie ausreichend Reserven. Da unter der hinteren Sitzbank schon die Starterbatterie, ein Frischwassertank und u.U. noch ein 10l Warmwasserwärmetauscher Platz nehmen werden, wäre die Unterbringung der Versorgungsbatterien über der Vorderachse sinnvoll. Die beiden Sitzkästen bieten sich da traditionell an. Hier bekommt man je nach Bauform der Batterie so ca. 70Ah unter, also wurde mit 140Ah Versorgungsbatteriekapazität gerechnet.
Das alles in Excel fix vertüdelt ergibt folgendes Bild:

Also für 3 Tage mit 140Ah Akkukapazität sind knappe 100Wp Panelleistung von Nöten! Wer mit dem Solarrechner spielen möchte, kann das hier tun. Einen passenden Thread im IG16-Forum gibt es natürlich auch.
Die Montage soll ja möglichst windschnittig und noch dazu gut unterlüftet sein, weshalb das Modul in diesem Fall die aerodynamische Verlängerung des Weinsberg-Daches werden soll. Sozuagen ein Deckel für das hintere Gepäckfach. Unzählige Messungen mit verschiedenen Modulgrößen ergaben: Über 100Wp lassen sich dort einfach nicht unterbringen. Schade aber auch. Unter 100Wp wollen wir nicht. Zwei 50er hätte ich gut gefunden, damit man bei Teilabschattung noch etwas Reserve hat, aber es war absolut kein passendes Modul aufzutreiben, mit welchem man zwei Stück halbwegs schick hätte montieren können. Schick ist natürlich ein großes Kriterium!

Letztlich fiel die Wahl auf ein etwas preiswerteres Modul von S-Energy: 94Wp bei Außenmaßen von (L/B/H mm): 1030/680/38. Der Lieferant sah sich “leider” nicht in der Lage das bestellte Panel zu liefern und schickte stattdessen das Pendant von Kyocera namens “KD 95 SX-1P”. Das kostet zwar eigentlich knapp 200 EUR mehr, aber so hatten wir auch mal Glück :) Neue Maße sind: 1043/660/36 – nun gut.
Inzwischen ist das Modul geliefert worden… Der Rahmen sieht recht stabil aus, da muss ich wohl keine weiteren Verstärkungen vorsehen. Warum selbst bei einem >400EUR-Modul die Anschlußbox so schweinisch angeklebt wird, ist mir allerdings schleierhaft.
Die Montage des Moduls ist mehr oder minder abgeschlossen… es fehlt nur noch die ganze Elektrik. Später. Integriert wurde das Modul in einen extra abgefertigten universellen Astabweiser und Scheinwerferhalter aus 42,4x2er Edelstahlrohr. Es läßt sich sowohl nach vorne als auch nach hinten mit nicht mehr als 2 Handgriffen klappen. Nach vorne hebt sich das Modul natürlich automatisch über den Rahmen, sodass auch die schlimmsten Restlichtfetischisten voll auf ihre Kosten kommen sollten! Die Scharniere sind aus Gummi-Metalllagern von Simson-Stoßdämpferaugen, gibt es zum Beispiel hier: http://www.mopedstore.de/ Artikelnummer F-5062 (Gelenkbuchse (Hülse) Gummilager Federbein klein). Dazu kommen noch 8er Kugelsperrbolzen aus VA, zum Beispiel diese: http://www.baltimex.de/ Artikelnummer 603 (2 Stk. Steckbolzen m. Kugelsicherung 8 x 46 mm Edelstahl V2A AIS). Alles andere ist aus dem Vollen geschnitzt…
Der Laderegler ist noch nicht ganz entschieden, es wird aber definitiv ein MPPT-Regler. Möglicherweise dieser hier.
Die Versorgungsbatterien sind bestellt da: Es werden sind “echte” Gel-Akkus von CTM – die haben sogar ein Lager in Berlin, was uns den teuren Versand erspart. Weil wir gerade so in Laune waren, haben wir gleich 3x80Ah (Typ CTV80-12) bestellt – damit sollte dann auch an schlechten Tagen mal ein Arbeitstag mit Laptop problemlos drin sein. Es sind 3 Akkus aus der gleichen Produktionscharge mit aufeinanderfolgenden Seriennummern. Das ermöglicht die sonst so unglückliche Parallelschaltung aller Akkus und damit eine Akkubank von 12V und 240Ah.
Das Laden der Gel-Akkus während der Fahrt muss natürlich auch möglich sein. Da die Gel-Akkus aber nicht direkt am Laderegler der Lichtmaschine geladen werden können, muss ein sog. “Ladewandler” her. Dieser stellt sicher, dass die richtige Kennlinie gefahren wird und ist damit die Lebensversicherung unserer teuren Blei-Gel-Akkus.
Da insgesamt 240Ah Akkukapazität in Gel vorhanden sind, sollte man mit mind. mit 25A Dauerstrich laden können – Faustregel: Ladestrom mind. 1/10C. Da der Motor sowieso eine 120A-Lichtmaschine hat, nehmen wir lieber für ein paar Euro mehr die etwas größere Version und können so kürzere Ladezeiten erreichen – viel hilft viel! :) Die Wahl fiel letztlich auf den Ladewandler VCC 1212-45 IU der Firma Votronic (Art.-Nr.: 13317, “marine” – Elektronik gegen Feuchtigkeit geschützt) – 45A Dauerstrich sollten es tun :)
Dazu gibt es noch einen Temperatursensor (Art.-Nr. 2001), mit welchem die Batterietemperatur zur automatischen Kompensation der Ladekennlinie überwacht wird. Mit 1.7kg ist das kein Leichtgewicht, aber für 300 EUR will man ja auch etwas in der Hand haben… um schnell und simpel sowohl Starter- als auch Bordbatterie kontrollieren zu können, gibt es ein “Infopanel”, welches gleich zwei Anzeigen für die Wassertankfüllstände beinhaltet.
This post is also available in: German

its amazing
Thanx, hopefully functional, too :))