bla bla von ТИАГРА

LED oder Halogen?

Der Tigerbus fährt ja mit 4x55W Hella Jumbo 320FF Fernscheinwerfern auf dem Dach umher, weil in abgelegenen Gegenden etwas mehr und vor allem breiter gefächertes Licht durchaus sinnvoll ist. Gleichzeitig ist auf Reisen das normale Licht mit 90/100W-Glühlampen ausgestattet, was die alten 7″-Scheinwerfer so ungefähr in die Nähe heutiger Beleuchtung an anderen Fahrzeugen bringt. Zusätzlich gibt es auf der Stoßstange noch 2x55W Hella Jumbo 320 als Nebelscheinwerfer, also flach und breit strahlend. Neulich ergab sich die Möglichkeit einen 180W LED-“Lichtbalken” in die Hände zu bekommen, welcher sogleich getestet werden musste.

Diese Lichtbalken bestehen meist aus einer Kombination mehrer Leuchtdioden in 3, 5 oder 10W, welche wiederum mitverschiedenen Optiken in Flutlicht oder auch Spot-Ausführung kombiniert werden. Das Ergebnis ist eine sehr homogene Lichtverteilung von beachtlicher Stärke, leider in sehr kaltem weiß. Weil die Optiken in jede Richtung gleich geformt sind, ergibt sich eine ungeheure Blendwirkung für alle entgegenkommenden Fahrzeuge. Die meisten dieser Lichtbalken haben deshalb auch keine Straßenzulassung. In der Steppe kann einm das egal sein, sodass ein solcher “Arbeitsscheinwerfer” vielleicht für den einen oder anderen durchaus von Interesse ist. Ein Vergleich mit konventionellem Licht ist nicht so schwer: Kamera auf feste Belichtungswerte stellen, Stativ verwenden, geeigneten Platz suchen und alle Scheinwerfer in Stellung bringen. Es folgen einige Vergleichsfotos mit o.g. Material.

Ganz simpel, 2x90W normales Abblendlicht. Recht tief eingestellt.




Normales Fernlicht mit 2x100W sieht so aus:



Schaltet man statt des normalen Fernlichtes die Scheinwerfer auf dem Dach ein (4x55W Hella Jumbo 320), kann in der H4-Birne das 90W-Abblendlicht eingeschaltet bleiben. Man hat jetzt also 6 Scheinwerfer, welche mit etwas Einstellerei eine ziemlich passable Ausleuchtung einer gewissen Fläche ermöglichen. Das ist derzeit unsere Standardeinstellung, die sich auch abseits des normalen Straßenverkehrs sehr bewährt hat.



Ersetzen wir die 180W Halogenscheinwerfer auf dem Dach mal durch den 180W-LED-Lichtbalken… schon gewaltig, aber sehr kalt und kontrastlos. Man sieht sehr deutlich, dass hier auch in die Breite gestrahlt wird, was natürlich sehr schön ist. Weiter, als mit den konventionellen Zusatzfernscheinwerfern, kommt man allerdings auch nicht.



Eigentlich kann man das Halogenabblendlicht auch ausschalten, es bringt nicht mehr sooo viel. 180W LED ganz alleine:


Der breit- und nahstrahlende Effekt der 2x55W Halogen-Nebelscheinwerfer mal alleine:


In Kombination mit 2x90W Abblendlicht ergibt das für Offroadstrecken im Nahbereich schon eine sehr schöne Ausleuchtung. Man sieht, dass die Nebelscheinwerfer die breitstrahlende Komponente ergeben, welche bei einem LED-Lichtbalken zwangsläufig immer gegeben ist:


Und weil es so schön ist, schalten wir mal noch die 180W-LED-Kanone auf dem Dach zu:

In der Summe kann man nur sagen, dass 180W LED schon beeindruckend sind. Und kalt. Gegenwärtig werden in diesen Lichtbalken hauptsächtlich Standardoptiken verbaut, welche dumm in jede Richtung strahlen. Also die Hälfte des Lichts geht in den Himmel – sinnlos. Die Blendwirkung eines 180W-Balkens in dunkler nacht ist dermaßen extrem, dass man ersteinmal 1min die Augen schließen muss. In der völligen Pampa könnte man sich so ein Licht alledings durchaus vorstellen: Es ist sehr homogen und leuchtet brachial weit und breit. Fragt sich, wie so etwas sinnvoll an einem Straßenfahrzeug einsetzbar ist? Mal abgsehen von der Zulassung, müßte man höllisch aufpassen, um keine anderen Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Negativ auffallen tut irgendwie die Lichtfarbe. Das kalte Weiß läßt die Umwelt kontrastlos erscheinen, was eigentlich sogar kontraproduktiv ist – gerade im Offroadbereich.

Interessant ist diese Technik aber auf jeden Fall in Sachen Energieverbrauch: Im Prinzip müßte man das konventionelle Abblendlicht mit 4x55W Fernscheinwerfern UND 2x55W Nebelscheinwerfern kombinieren, um von nah bis fern eine ähnlich homogene Ausleuchtung zu erlangen. Subjektiv gesehen ist das dann aber ein deutlich angenehmeres Licht, wobei man dann tatsächlich exakt die doppelte elektrische Leistung eingesetzt hat. In der Praxis ist das eventuell aber gar nicht sooo relevant: Fahre ich schnell, sehe ich weit. Fahre ich langsam, brauche ich Nahausleuchtung. Die absolut homogene Kombination aus beidem ist also theoretisch gar nicht nötig. Leider kostet ein solcher Lichtbalken mit 180W (in ordentlicher Qualität!) noch ca. 1000 Dollar (man kann sie aber auch für 300 EUR kaufen – bei entsprechenden Qualitätsabstrichen), sodass die Entscheidung für diese Technologie nicht ganz so einfach ist. Aber: NIE wieder Glühlampen wechseln, was im vibrationsbehaftetem Offroadeinsatz durchaus nicht zu vernachlässigen ist…

Ein interessanter Aspekt ist natürlich auch die Abwärme: LED-Scheinwerfer werden im Winter u.U. einfach zugeweht, weil sie den Schnee auf der Frontscheibe nicht mehr schmelzen können. Nach militärischer Spezifikation aufgebaute LED-Frontscheinwerfer der Firma JWSpeaker hatten deshalb auch Frontscheibenheizung, welche jedoch in der Zivilvariante wieder wegrationalisiert wurde. Hier fehlen mir persönlich aber die Erfahrungen inwiefern es da Probleme geben könnte…

1 Comment

  1. April 14, 2016    

    Hallo,

    ich muss sagen, das ist ein wirklich gut gemachter Artikel, Könnt ihr ein Link reinstellen, von der gekauften Lichtleiste? Ich hadere auch schon seit ein paar Monaten mit einem solchen Gadget, da ich auch mit den gleichen Problemen im T3 – wie ihr – zu kämpfen habt, auch wenn wir die Projekt 2 Front haben.

    Ich habe seinerzeit mit einer einzelnen 10W LED vs 100W Halogen rumexperimentiert. Ich bin mal so frei und hänge den Link hiermit rein.
    http://www.schlumpfontour.de/led-vs-halogenstrahler-10w-vs-100w_68

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