bla bla von ТИАГРА

Fahrzeug Verschiffen: Containerräder

Da immer wieder die Frage nach der Fahrzeugverschiffung auftaucht, hier eine kuuuurze Seite dazu. Es gibt grundsätzlich weltweit im Prinzip zwei Sorten Container im Umlauf: 20′ und 40′. Zumeist gibt es erstere als “standard cube” – also “flach”, letztere wiederum als “high cube” – also hoch. Seltener aber durchaus anzutreffen sind “high cube” in kurz, also in 20′ – natürlich gibt es genauso flache und lange Varianten sowie diverse Spezialformate mit offenem Dach oder Seitenwänden, die auch richtig gut bezahlt werden müssen. Auf jeder Strecke ist das anders und VORHER abzuklären. Wichtig (neben der Breite) ist für unsereins vor allem die Höhe der Türeinfahrt. Je nach Containerhersteller variieren die Angaben da, aber man geht da wohl am besten vom Minimum aus. Das wären 2,27m für den flachen und 2,58m für den hohen Container.

Die Frage ist, wie man ein Auto billigst und trotzdem sicher verschiffen kann. Am billigsten ist sicher die Lösung gänzlich ohne Container, auch RoRo – roll-on/roll-off – genannt. Diese Verschiffungsart wird längst nicht auf allen Strecken angeboten und die Geschichten ausgeräumter Autos sind unter Fernreisenden legendär. Also eigentlich absolut nicht zu empfehlen, schon gar nicht für voll-integrierte Fahrzeuge ohne hundertprozentige Absperrmöglichkeit der Wohnkabine vom Fahrerhaus. Ergo: Container.

In die großen Container passen viele Fahrzeuge der 3.5t-Klasse problemlos rein, selbst mit montiertem Dachtzelt etc. Manche lassen etwas Luft ab oder nehmen den Dachgepäckträger vom Dach und schon klappt das. Leider gibt es die hohen Container sehr oft nur in lang, d.h. man hat 12m Container zu füllen und bezahlt dafür natürlich auch. Trifft man zufällig einen anderen Reisenden auf der gleichen Strecke, lohnt sich das Teilen eines Containers – billiger als zu zweit in einem geteilten Container dürfte man kaum verschiffen können.

Die nächst preiswerteste Art der Verschiffung dürfte ein kleiner Container sein, der zumeist genau für ein Fahrzeug ausreicht. Leider ist hier die Fahrzeughöhe oft das Totschlagargument. Der Tigerbus (1.0) hat beispielsweise eine Höhe von 2,55m im beladenen Zustand. Das ist zu viel. Trotzdem muss er in einen billigen Container passen, also muss das Auto tiefer. Wie auch immer.

Geht es nur um wenige Zentimeter, können sich Spanngurte an den Federn lohnen. Auch beliebt ist, den Container an der Schwelle mittels Holzklötzen o.ä. um einige Zentimeter anheben zu lassen, dann rollt die Vorderachse schon wieder bergab bevor die Hinterachse in den Container rollt – auch so lassen sich einige Zentimeter herausholen: Vorausgesetzt, die höchsten Punkte des Fahrzeugs fallen nicht genau auf die Achsen.

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Um WIRKLICH Höhe zu sparen, kommt man um die Räder nicht herum. Hier ist das allergrößte Einsparpotential. Die Begrenzung liegt hier meist nur im Durchmesser der Bremsscheiben oder irgendwelchen Traggelenken oder vielleicht schleifenden Differentialkörben bei Starrachsern, denen man die Bremsscheiben demontiert hat.

Einerseits will man den Aufwand vor Ort in Grenzen halten, andererseits muss man tiefer. Beim VW T3 syncro fällt die Entscheidung recht schnell, da die Bremsscheibe kleiner als das untere Traggelenk ist – macht also keinen Sinn die Bremse zu demontieren. Ist man so weit schon gelangt, will man sich auch noch die Demontage des Bremssattels ersparen, also muss man da an einen gewissen Offset denken.

Die originalen Räder werden folglich mehr oder minder einfach durch Container-taugliche Ersatzräder ersetzt, welche einzig und allein den Zweck erfüllen, das Auto 6m nach vorne und 6m nach hinten zu rollen. D.h. sie müssen kaum mehr als die statische Achslast aushalten. Je nach Achs- und Bremskonstruktion, können hier einfache Scheiben aus geeignetem Material reichen, welche jeder Dorfschmied in Hinterindien herstellen kann. Will man noch Bremssättel oder sonstiges Gerödel umgehen, muss man – ähnlich einer Felge oder Bremsscheibe – eine Art Versatz einkalkulieren.

Als Beispiel hier mal unsere Konstruktion für einn T3. Angefertigt von einer Schlosserei in Zentralanatolien bei -30°C im Winter 2012. Durchmesser dürfte bei ca. 355mm liegen, was dem Minimalwert für einen T3 sehr nahe kommt. Mit ca. 8kg/Stück sind sie etwas schwer geraten, weil natürlich nur genau das Material zum Einsatz kam, was gerade verfügbar war. Wer das wissenschaftlicher angehen will/möchte, muss sich dazu vielleicht schon im Vorfeld zu Hause Gedanken machen. Andererseits schleppt man den Kram dann wieder um die halbe Welt… egal.




Dann klappt das auch mit der Verschiffung des 2,55m hohen Tigerbus in einem 20′ “standard cube” von Indien (Chennai) nach Malaysia (Port Kelang):

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